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Ein Vulkan, der stecken blieb

Die Entstehungsgeschichte des Piesbergs geht auf die Zeit des Karbons vor rund 300 Millionen Jahren zurück. Riesige Wälder mit einer Vielzahl von Pflanzen prägten das von Waldsümpfen überzogene küstennahe Flachland. Die Luft war feucht und warm, so wie heute in den Subtropen; das Meer überflutete periodisch die Waldsümpfe. Die Wassermassen ließen die Vegetation absterben und unter angeschwemmten Schlammschichten in große Tiefen versinken. Im Laufe von Millionen von Jahren bildeten sich unter Abschluss von Sauerstoff und unter hohem Druck Steinkohle und quarzitische Sandsteine sowie Tonschieferschichten.

Liegen die Schichten des Karbons normalerweise etwa 2000 Meter unter den Schichten nachfolgender Erdzeitalter begraben, hat der Piesberg eine geologische Besonderheit vorzuweisen: Ein großer unterirdischen "Vulkan" (Bramscher Pluton) trieb die tief versunkene Schicht des Oberkarbons inselartig aus den darüber liegenden Schichten an die Erdoberfläche. So entstand die charakteristische Aufwölbung des Piesbergs und die damit verbundene sattelförmige Lagerung der Kohleflöze.

Mehr über die Geschichte des Piesbergs

Die Geschichte des Piesbergs begann vor 300 Millionen Jahren im (Ober-) Karbon. Das "Osnabrücker“ Land war damals flach und küstennah, das Klima durchgängig sehr warm und niederschlagsreich und die Vegetation bildete üppige Waldsümpfe aus − ähnlich wie heute in tropennahen Ländern. Geprägt wurde die urtümliche Pflanzenwelt des Piesbergs vor allem von den 20 bis 30  Meter hohen Schuppen- und Siegelbäumen, einer Reihe von Farnarten (Pteridophyllen) und schachtelhalmähnlichen Gewächsen (Articulaten). Ihre versteinerten Abdrücke sind heute in großer Zahl zu entdecken.

Wie kommt die Kohle in den Berg?

Durch Meeresspiegelschwankungen wurden die Waldsümpfe periodisch überflutet und unter den herangeschwemmten Schlamm- und Geröllmassen begraben. Dieser luftdichte Abschluss bewirkte die Umwandlung des abgestorbenen Pflanzenmaterials in Torf. Über diesem Torflager setzten sich im Laufe der Zeit eine Vielzahl von weiteren Schichten ab, so dass es immer tiefer unter die Erdoberfläche absank. Durch den so stetig zunehmenden Druck und die ansteigende Temperatur entstand im Laufe von Millionen von Jahren aus dem Torf Steinkohle. Diesen Vorgang bezeichnet man als Inkohlung. Insgesamt sind in der Schichtenfolge des Piesbergs 16 dieser schwarzen Bänder − die Kohleflöze − entstanden. Eine Besonderheit ist der ausgesprochen hohe Inkohlungsgrad, das heißt der ausgesprochen hohe Heizwert der Piesberger Steinkohle bei gleichzeitig besonders niedrigen Gasgehalten.

Welche anderen Materialien birgt der Piesberg?

Wie der Torf wurden auch die Sand- und Tonschichten unter der großen Hitzeeinwirkung des unterirdischen Vulkans zu Tonschiefer und Sandstein verfestigt. Insbesondere dem Piesberger Sandstein mit der Handelsbezeichnung Karbonquarzit (Karbon weist auf das Zeitalter der Entstehung hin, Quarzit bezeichnet die chemische Zusammensetzung) kommt bis heute eine große wirtschaftliche Bedeutung zu. Er zeichnet sich durch seine besondere Härte, seine Widerstandsfähigkeit gegen Schlag und Abnutzung, seine bei Nässe wie Trockenheit raue Oberfläche sowie sein schnelles Abtrocknen nach Niederschlägen aus. Viele dieser Eigenschaften sind auf das Bramscher Massiv zurückzuführen. Typische Nutzungsbereiche für den Piesberger Stein sind Kopfsteinpflaster, der Schotter auf den Bahngleisen und die Wellenbrecher an der Nordseeküste.


www.osnabrueck.de

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