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Amphibien

Erdkröte
Erdkröte
Erdkröte auf Amphibienzaun
Erdkröte auf Amphibienzaun
Piesberg Lebensraum der Kreuzkröte
Piesberg Lebensraum der Kreuzkröte

Im Stadtgebiet von Osnabrück wurden gemäß Amphibienkataster (erarbeitet von Dr. Karl-Robert Wolf) bisher zehn Amphibienarten nachgewiesen. Diese Zahl ergibt sich "nur" bei Berücksichtigung des im Gelände schwer zu unterscheidenten Wasserfrosch-Komplexes in die eigenständigen Arten Seefrosch und Teichfrosch. Der Kleine Wasserfrosch, der zum Wasserfrosch-Komplex zählt, wurde bisher noch nicht eindeutig bestimmt.

Der Laubfrosch konnte im Stadtgebiet bisher lediglich im Stadtteil Atter nachgewiesen werden. Dort ist er seit in jüngster Zeit nicht mehr anzutreffen, so dass aktuell keine Nachweise mehr vorliegen.

Die Liste der im Stadtgebiet von Osnabrück vorkommenden Amphibienarten mit Angaben zu Schutzstatus und Gefährdung können Sie hier einsehen oder herunterladen.

Die Amphibienarten haben dabei sehr verschiedene Lebensraumansprüche. Gemeinsam ist ihnen die wassergebundene Fortpflanzung, so dass die Laichgewässer im Lebensraum eine zentrale Bedeutung haben. Im Osnabrücker Stadtgebiet werden ganz unterschiedliche Kleingewässer als Laichgewässer besiedelt. Die Spannbreite reicht von Regenwasserrückhaltebecken über größere und kleinere Teiche, Tümpel bis zu Wassergräben und wassergefüllten Wagenspuren.

Insgesamt sind im Stadtgebiet etwa 300 Kleingewässer von Amphibien besiedelt. Alle Amphibienarten benötigen Landlebensraum, der artspezifisch im direkten Umfeld oder bis zu einer Entfernung von mehreren Kilometern zum Laichgewässer liegen kann.

Schutz

Alle heimischen Amphibienarten und somit alle im Stadtgebiet von Osnabrück vorkommenden Amphibien sind naturschutzrechtlich besonders geschützt. Für die Tiere einschließlich ihrer Entwicklungsformen − Laich und Kaulquappen − gelten die einschlägigen Nachstellungs-, Fang- und Tötungsverbote. Gleichzeitig dürfen ihre Lebensstätten insbesondere Fortpflanzungs- und Ruhestätten weder beschädigt noch zerstört werden. Dies gilt besonders für die Laichgewässer, aber auch für den Landlebensraum.

Darüber hinaus sind Kammmolch, Kreuzkröte, Laubfrosch und Kleiner Wasserfrosch streng geschützt.

Von den genannten Arten werden im folgenden Kreuzkröte und Bergmolch näher vorgestellt:

Kreuzkröte

Die Kreuzkröte benötigt Lebensräume mit offenen, nur spärlich mit Vegetation bewachsenen Flächen mit lockeren, sandigen Böden, die wenigstens stellenweise sonnenexponiert sind. Als Laichgewässer sind flache, besonnte, oft nur temporär Wasser führende Klein- und Kleinstgewässer erforderlich.

Diese Bedingungen fanden die Tiere ursprünglich in den unregulierten Flussauen mit ihrer großen natürlichen Dynamik. Nach dem Ausbau und Regulierung der Auen finden sich ähnliche Lebensbedingungen vor allem in Bodenabbaugebieten.

In Osnabrück hat die Kreuzkröte im Abbaugebiet des Piesbergs ihr größtes Vorkommen. Die Kröte gilt als Leitart des Piesbergs. Ihre besonderen Lebensraumansprüche sind im Piesberg eng mit der bisherigen Steinbruchbewirtschaftung verbunden. Eine Nutzungsaufgabe mit Verlust von Offenlandflächen und Kleinstrukturen, Verbuschung durch natürliche Sukzession oder Aufforstung würde einen Lebensraumverlust für die Art bedeuten.

Bergmolch

Der Bergmolch nutzt ein breites Spektrum an Kleingewässern als Laichgewässer. Hierzu gehören kleinere und mittelgroße Teiche und Tümpel mit Flachwasserzonen, Wagenspuren und Pfützen sowie langsam fließende Bäche. Die Gewässer können besonnt sein, aber auch Gewässer im Halbschatten werden angenommen. Als Landlebensraum wird Wald in einer Entfernung von bis zu einem halben Kilometer vom Gewässer bevorzugt. Wichtig sind strukturreiche Lebensräume mit Versteckmöglichkeiten wie Lesesteinhaufen, Wurzelbereiche von Bäumen, Kleinsäugerbaue, Höhlungen im Lebensraum.

Der Bergmolch ist die am weitesten verbreitete Molchart des Stadtgebietes. Er kommt in etwa einem Drittel der Amphibiengewässer in Osnabrück vor. Die Tiere wandern schon im zeitigen Frühjahr zu ihren Laichgewässern. Die Abwanderung erfolgt im Frühsommer (Juni, Juli), wobei die Jungtiere erst im September/Oktober die Gewässer in Richtung Landlebensraum verlassen.

Amphibienwanderung

In jedem Frühjahr, in der Regel mit Beginn im Februar bis in den April hinein, findet die Amphibienwanderung statt. Vor allem Erdkröten, aber auch Grasfrösche sowie Berg- und Teichmolche wandern aus ihren Winterquartieren zu ihren jeweiligen Laichgewässern. Dabei müssen die Tiere immer wieder auch Straßen überqueren. Dabei sind sie − auch weil sie sich nur langsam bewegen − besonders durch den Autoverkehr gefährdet. Mitunter können so ganze Populationen erhebliche Einbußen erleiden, die den Fortbestand am jeweiligen Gewässer gefährden können.

Aus diesem Grund finden im Stadtgebiet an verschiedenen bedeutenden Wanderstrecken Amphibienschutzaktionen statt. Entsprechende Krötenschutzzäune mit in den Boden eingelassenen Eimern stehen beispielsweise in Hellern am Hörner Weg und am Tongrubenweg, in Sutthausen An der Sutthauser Mühle und An der Rennbahn, Am Gartlager Weg und helfen mit viele Tiere vor dem Straßentod zu retten. Gleichzeitig wird ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der jeweiligen Amphibienlebensgemeinschaft geleistet.

Die Stadt Osnabrück sucht freiwillige Helfer, die sich bereit erklären im Frühjahr an den verschiedenen Schutzanlagen mitzuhelfen. Die Mithilfe umfasst dabei die morgendliche Kontrolle von bestimmten Schutzzäunen einschließlich Aufnehmen der in den Eimern befindlichen Tiere, das Registrieren der Tiere und das Wiederaussetzen auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Wer Interesse an der Mitarbeit hat, kann sich beim Fachdienst Naturschutz und Landschaftsplanung bei Werner Kirchner näher über das Vorhaben informieren.

Weitere Informationen:


    www.osnabrueck.de

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