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Adonis (Ali Ahmad Said Esber) erhält den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis 2016

Ali Ahmad Said (Adonis), Foto: © A&N Esber

Seit 1991 verleiht die Stadt Osnabrück alle zwei Jahre den nach dem weltbekannten, in Osnabrück geborenen Schriftsteller Erich Maria Remarque benannten Friedenspreis. 2016 wird die Auszeichnung zum 13. Mal vergeben.

Den mit 25.000 Euro dotierten Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis erhält der syrisch-libanesische Lyriker und Essayist Ali Ahmad Said, der unter seinem Künstlernamen Adonis veröffentlicht, um sein Eintreten für die Trennung von Religion und Staat, die Gleichberechtigung der Frauen in der arabischen Welt sowie für eine aufgeklärte arabische Gesellschaft zu ehren. Zudem gilt Adonis als der bedeutendste arabische Dichter der Gegenwart.

Verliehen wird der Preis gerade auch im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen in Nahost. Ganz im Sinne Remarques soll Mut gemacht werden, trotz aller Verzweiflung über die Zustände an die Zukunft Arabiens zu glauben.

Die Mitglieder der Jury betonen, Adonis setze sich vehement für eine demokratische Willensbildung ein. Aus literarischer Perspektive biete er Zugang zum Verständnis der unterschiedlichen Kulturhintergründe, die Lektüre seiner Schriften verdeutliche zudem die Bedeutung der Poesie im arabischen Raum. Adonis ist so ein wichtiger Vermittler zwischen arabischer und westlicher Kultur.

„Der Dichter muss stets jenseits des Üblichen stehen und es ist seine Pflicht, den Wind der Freiheit und Gleichheit zu unterstützen, der Gesellschaften antreibt“, schrieb Adonis, als er von der Verleihung des Remarque-Friedenspreises erfuhr. Er spricht damit ganz im Sinne Remarques, dessen Worte „man kann nur sich hinsetzen, und sein kleines bißchen tun, damit Fortschritt möglich ist“ das dichterische Wirken Adonis‘ und das persönliche Engagements Giusi Nicolinis bezeichnend beschreiben.

Adonis wurde 1930 als Ali Ahmad Said Esber in Qassabin (Nordsyrien) geboren und studierte Philosophie in Damaskus. 1955 wurde er wegen politischer Aktivitäten inhaftiert. Danach ließ er sich mit seiner Frau in Beirut nieder, wo er unter seinem Künstlernamen Adonis die avantgardistische Literaturzeitschrift Schi'r (Poesie) herausgab – die zu einer der wichtigsten Stimmen für die Neubegründung der arabischen Lyrik wurde. 1960 nahm er die libanesische Staatsbürgerschaft an und graduierte an der Université Saint-Joseph, wo er noch zu Beginn des Libanesischen Bürgerkrieges 1975 lehrte. 1980 emigrierte er nach Paris, wo er bis heute lebt. Adonis gilt als der bedeutendste arabische Dichter der Gegenwart. Er versucht, die Offenheit der klassischen arabischen Lyrik neu zu beleben, indem er Tabus bricht und Religion hinterfragt. Gerade auch durch seine kritischen Essays erregt er immer wieder Aufsehen in der arabischen Welt.

Die Preisverleihung findet statt am Freitag, 19. Februar 2016, um 11 Uhr im Friedenssaal des historischen Rathauses der Stadt Osnabrück.

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