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Erich Maria Remarque

Erich Maria Remarque, 1963, Foto: © Paul Swiridoff

Erich Maria Remarque gehört zu den meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein bekanntestes Buch, mit dem er weltweit Berühmtheit erlangte, ist sein aufrüttelnder, erstmals 1928 veröffentlichter Anti-Kriegsroman "Im Westen nichts Neues".

Im Mittelpunkt seines in über 55 Sprachen übersetzten literarischen Werkes stehen der Aufruf und das klare Bekenntnis zu einer humaneren, von pazifistischen Ideen geleiteten Gesellschaft. Vor allem in seinen Zeitromanen, von denen viele verfilmt worden sind, demonstriert Remarque schonungslos die Grausamkeit und die Sinnlosigkeit des Krieges und schildert eindringlich die menschenverachtenden Folgen von Unterdrückung, Verfolgung und Exil.

Kaum ein zweiter berühmter Osnabrücker hat so viele widersprüchliche Urteile über sich ergehen lassen müssen wie Erich Maria Remarque. "Remarque stand immer zwischen den Fronten der Kritik, Verdammung und Lobpreisung begleiteten alle seine Romane", schreibt Wilhelm von Sternburg in seiner Biografie "Als wäre alles das letzte Mal", (Verlag Kiepenheuer & Witsch, 1998), die erstmals sehr umfangreich Leben und Werk des Autors würdigt.

Als Sohn des Buchdruckers Peter Remark wurde Erich Maria Remarque, der später seinen Geburtsnamen auf den französischen Ursprung seiner Vorfahren zurückführte, am 22. Juni 1898 in kleinbürgerlichen Verhältnissen in Osnabrück geboren. Ab 1916 besuchte er das katholische Lehrerseminar, um Volksschullehrer zu werden, doch seine Ausbildung wurde durch den Militärdienst im Ersten Weltkrieg unterbrochen. Im Fronteinsatz an der Westfront verwundete ihn im Juli 1917 ein Granatsplitter so schwer, dass er das Kriegsende im November 1918 in einem Lazarett in Duisburg erlebte.

Im Juni 1919 absolviert Remarque seine Lehramtsprüfung und wird Junglehrer im Emsland. Doch schon beschäftigen ihn literarische Arbeiten, er betätigt sich auch als Theater- und Konzertkritiker bei der "Osnabrücker Tages-Zeitung". 1922 zieht es ihn nach Hannover, wo er als Werbetexter arbeitet. Zwei Jahre später wird er Redakteur der Zeitschrift "Sport im Bild" in Berlin.

"Im Westen nichts Neues"

Die sensationelle Resonanz seines Romans "Im Westen nichts Neues" (1928) gibt Remarque die finanzielle Unabhängigkeit, um nach 1933 im Ausland zu leben. Nachdem seine Werke schon im Mai 1933 bei den Bücherverbrennungen in Flammen aufgegangen sind, bürgern die Nationalsozialisten den verfemten Autor 1938 aus Deutschland aus. Schon vor 1933 hatten die nach der Macht greifenden Nationalsozialisten den Bestseller "Im Westen nichts Neues" wegen seiner pazifistischen Tendenz und den Autor durch Hetzkampagnen und Denunziationen verunglimpft. Die amerikanische Verfilmung des Romans wurde mit einem Aufführungsverbot in Deutschland belegt.

Exil

Ab September 1939 lebt Remarque im Exil in den USA, wo er schließlich 1947 die US-Staatsbürgerschaft erhält. Seine Schwester Elfriede Scholz wird im Dezember 1943 wegen angeblicher "Wehrkraftzersetzung" vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Nachdem Remarque zum "Weltbürger wider Willen" geworden war, lebt er zwischen 1948 und 1966 als prominenter Erfolgsautor abwechselnd in New York und in Porto Ronco im Schweizer Tessin. Er stirbt am 25. September 1970 in Locarno. Die Verbitterung über seine Ausbürgerung aus Deutschland hat Remarque nie überwunden.

Für "Verdienste um Frieden, Freiheit und Menschenwürde" zeichnete die Stadt Osnabrück ihren prominentesten Sohn anlässlich seines 65. Geburtstages mit der Möser-Medaille aus. Eine Delegation überbrachte ihm die Auszeichnung 1964 in seinem Haus am Lago Maggiore. Drei Jahre später (1967) erhielt Erich Maria Remarque das Bundesverdienstkreuz.

Seit 1991 verleiht die Stadt alle zwei Jahre den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis für literarische, journalistische oder wissenschaftliche Arbeiten, die sich mit den Themen "Innerer und äußerer Frieden" auseinander setzen.

Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum

Zusammen mit der Universität unterhält die Stadt Osnabrück außerdem das Erich-Maria-Remarque-Friedenszentrum mit dem Remarque-Archiv als Forschungsstätte (1989), wo die inzwischen weltweit wichtigste Remarque-Sammlung mit Tausenden von Dokumenten, unter anderem das Originalmanuskript von "Im Westen nichts Neues", und einer Dauerausstellung entstanden sind.

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