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Räume gegen das Vergessen 

Räume gegen das Vergessen

Das architektonische Konzept

Felix Nussbaum Haus: Innenansicht Gang
Innenansicht

Das architektonische Konzept des Felix-Nussbaum-Hauses nutzt eine einmalige Chance. Es schafft einen räumlichen Kontext, in dem die tragische Verknüpfung von Leben und Werk des in Osnabrück geborenen Künstlers zum alles bestimmenden Eindruck wird.

Mit einem System von Bezugslinien - zwischen Osnabrück, Berlin, Brüssel und Auschwitz - symbolisiert die Architektur die ständige Bewegung und zunehmende Orientierungslosigkeit im Leben Felix Nussbaums.

Die Atmosphäre allgegenwärtiger Unsicherheit vermittelt das Gebäude auf Schritt und Tritt. Nussbaum-Haus, Nussbaum-Gang und "Die Brücke" bieten dem Besucher nicht das gewohnte museale Umfeld zur Betrachtung von Bildern und Grafiken. Im Gegenteil: Leicht ansteigende oder abfallende Fußböden, nicht parallel verlaufende Wände, Fenster ohne rechten Winkel oder teilweise transparente Geschossdecken sorgen für ständige Irritation.

Auch die äußere Gestaltung des Gebäudekomplexes setzt Zeichen. Die verwendeten Materialien Holz (Nussbaum-Haus), Beton (Nussbaum-Gang) und Zink (Brücke) stehen mit ihrer zunehmenden Kälte für Nussbaums Lebensweg: von der behüteten Jugend über die Zeit der Vertreibung und Bedrohung bis zum gewaltsamen Tod in Auschwitz.

Entworfen hat das Felix-Nussbaum-Haus Daniel Libeskind. Er gewann 1995 den Osnabrücker Realisierungswettbewerb gegen eine Konkurrenz von nahezu 300 Teilnehmern. Die Jury begründete ihre Wahl insbesondere damit, dass Libeskind das Felix-Nussbaum-Haus nicht als untergeordneten Anbau des Kulturgeschichtlichen Museums verstand. Im Gegenteil: "Der Verfasser stellt das Museum in einen übergeordneten Zusammenhang, der konzeptionell versucht, das Leben und das Werk Felix Nussbaums zu verräumlichen."

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