In den folgenden Jahren malt er immer wieder Bilder seiner Lagererfahrungen. Die Todesnähe durch Krankheiten und die unerträglichen hygienischen Verhältnisse setzten in ihm Ängste frei, dass "man sie alle umbringen werde." Das Lager wird ihm schließlich zu einem Synonym der Gefangenschaft im besetzten Belgien, in dem die Gesetzgebung der deutschen Militärregierung den Juden jede Möglichkeit zum Leben nimmt.
Ab 1941 bestimmen Themen wie Krieg und Vertreibung seine Bilder, wie das kleinformatige Gemälde "Angst" (Selbstbildnis mit seiner Nichte Marianne), das unter dem Eindruck der 1941 auf England beginnenden Bombenangriffe der deutschen Luftwaffe, die Belgien überflog, entstanden sein könnte. Nussbaum stellt hier die empfundene Angst so konkret da, wie es in seiner Kunst selten vorkommt, da er meist in pathetischer Gestik und Mimik Menschen als Stimmungsträger allegorisch abstrahiert darstellt.
In "Der Sturm" fasst Nussbaum die Einzelstudien des Jahres 1941 zu einem "Gruppenbild" zusammen. Die auf engstem Raum zusammengedrängten Menschen zeigen auf den "Sturm" und das Gewitter die unterschiedlichsten Reaktionen: Ratlosigkeit, Verzweiflung, Angst, Ergebenheit, Trauer, die ganze Gefühlspalette, die auch auf den Maler dieser Szenerie zutrifft. Felix Nussbaum hat sich als Leidensgenosse ebenfalls mit in das Bild gerückt.



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