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Warten und Verunsicherung 

Warten und Verunsicherung

Felix Nussbaum - Leben und Werk

Ausschnitt aus: Felix Nussbaum: Mastenwald, 1938, © VG Bild-Kunst, Bonn 2006
Ausschnitt aus: Felix Nussbaum: Mastenwald
Neben der Selbstvergewisserung über das Selbstporträt versucht Nussbaum, wie in Italien, sich die fremde Welt durch seine Bilder anzueignen. Doch der touristische Blick hat sich gewandelt, es entstehen Hafen- und Straßenmotive von sich stetig verdunkelnder Eintönigkeit. Es sind Orte der Verlassenheit, der Aussichtslosigkeit und des untätigen Wartens. Zunehmend wird die Empfindung von Bedrohung in den Themen seiner Bilder sichtbar, so zum Beispiel in dem Gemälde "Krakenpoller", in dem der zentrale Bildgegenstand durch bedrohliche Form und Größe zu einer Metapher dieses Gemütszustandes wird. Ebenso die "Fischfrau im Hafen", die keineswegs harmlos, sondern bedrohlich lauernd wirkt.

Als endgültigen Abschied von der Hafenstadt Ostende malt Nussbaum einen "Mastenwald" voller symbolischer Anspielungen. Dieses Bild ist bereits in Brüssel entstanden, denn im September 1937 hatten Felix Nussbaum und Felka Platek Ostende bereits verlassen und waren nach Brüssel gezogen, wo sie im Oktober heirateten. Das Bild scheint eine Zusammenfassung der in Ostende gemachten Erfahrungen zu sein: Das sinnlose Warten, ständig gegen den Sturm ankämpfen zu müssen, der ihm hart ins Gesicht weht, seine Perspektivlosigkeit als Künstler im Exil - dafür stehen die ineinander verkeilten Masten, bei denen es sich eher um Künstlerutensilien handelt, die somit zur Metapher der persönlichen Situation werden.

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