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Anfänge politischer Kunst 

Anfänge der "politischen" Kunst

Felix Nussbaum - Leben und Werk

Nussbaum freundet sich mit dem belgischen Bildhauer Dolf Ledel an und erhält über dessen Kontakte einige wenige Ausstellungsmöglichkeiten. 1938 nimmt er an der Ausstellung des Freien Künstlerbundes in Paris teil. Die "Freie Deutsche Kunst", so der Titel, richtet sich gegen die im gleichen Jahr in München stattfindende Nazi-Schau "Entartete Kunst". Nussbaums Beitrag zu dieser Ausstellung, die Perlen und das Stilleben mit vergittertem Fenster, sind politische Statements gegen Krieg und Malverbot. Es muss für ihn enttäuschend gewesen sein, dass diese Bilder wegen zolltechnischer Komplikationen nicht ausgestellt wurden - in der Folgezeit entstehen keine explizit "politischen" Arbeiten mehr.

Während Felix Nussbaum im "Mastenwald" ein letztes Mal aus der genauen Beobachtung der äußeren Wirklichkeit seine persönliche Metaphorik entwickelt, wird er sich künftig mit den Pathosformeln von Mimik und Gestik als dem adäquaten Ausdruck der inneren Wirklichkeit befassen. Für ihn liegt hierin die einzige Möglichkeit, auf die zunehmende Bedrohung zu reagieren. Das "Selbstbildnis im Atelier", das um 1938 entstanden ist, kann als das Bild des Künstlers in der Emigration angesehen werden. Es ist sowohl politisch zu interpretieren als auch persönlich: Der Künstler ist unfähig sich zu äußern, denn als Emigrant ist er mit Arbeitsverbot belegt. Gleichzeitig vermittelt das Bild das Entsetzen über die eigene Situation der Stagnation und fehlenden Anerkennung. Dieser versucht er mit Anpassung an den von der Ecole de Paris geprägten belgischen Kunstgeschmack zu begegnen. "Eine kurze Zeit lang versuchte er sich surrealistisch, nicht ohne Witz." erinnert sich sein Freund Fritz Steinfeld. Trotz des eindeutig formalen Anliegens dieser Werke erscheint immer auch Nussbaums reale Situation gespiegelt: Stillstand, Orientierungslosigkeit, Irritation.

Das Bild "Maler und Modell", das ebenfalls um 1938/39 entstanden ist, sendet er seinem Vater nach Amsterdam als eine Art Bericht über seine Situation als Künstler. Sein "Selbstbildnis in surrealer Landschaft" beschreibt mit den formalen Mitteln der Ecole de Paris wie das "Selbstbildnis im Atelier" seine Verunsicherung: Entweder bleibt er seiner Kunst treu, ohne jegliche Resonanz oder er passt sich an, wobei er die Gefahr sieht, im bloß Formalen stecken zu bleiben, wie es das Bild "Surreale Landschaft mit Leierkastenmann" umzusetzen scheint. Der Leierkastenmann muss für Nussbaum eine besondere Symbolkraft besessen haben, da er diese Figur in wichtigen Bildern immer wieder als Symbol seines Künstlertums einsetzt. Er ist hier gesichtslos und im Schatten stehend dargestellt ist und könnte auf seine Situation als Künstler unter den Bedingungen des Exils verweisen.

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