Anfang 1940 entsteht als eine Art Bestandsaufnahme der unmittelbaren Lebensumwelt eine Anzahl von Stillleben, in denen die Dinge der "toten Natur" zu Bedeutungsträgern und Metaphern seiner politischen Lebensumstände werden. Seine ihm unerklärlich gewordene Lebensumwelt setzt Felix Nussbaum zum Beispiel in dem Stillleben "Tombola" nicht mehr als "erzählendes" Bild um, sondern durch die kühl und emotionslos wirkende Darstellung, die in der zufällig und scheinbar sinnlosen Zusammenstellung von Dingen auf die ihm unerklärlich und verwirrend empfundene Welt verweist.
"La nature morte de Felix Nussbaum", das in einem Fetzen der Zeitung "Le Soir" auf den 16. April 1940 datiert ist, entstand kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen am 8. Mai 1940 in Belgien. Zwei Tage später wird Felix Nussbaum, wie alle wehrfähigen Reichsdeutschen, von den belgischen Behörden verhaftet und nach tagelanger Fahrt in einem vernagelten Viehwagon im südfranzösischen Lager St. Cyprien, der "Pyrenäen-Hölle", interniert.


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