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Der Maler 

"Wenn ich untergehe - lasst meine Bilder nicht sterben"

Felix Nussbaum - Leben und Werk

Felix Nussbaum malend am
Felix Nussbaum malend am "Sturm" (1941)
Wie kein anderer Künstler der ersten Jahrhunderthälfte hat der 1904 in Osnabrück geborene und 1944 in Auschwitz ermordete Maler Felix Nussbaum alle Erfahrungen der Jahrzehnte nach dem Ersten Weltkrieg in seinen Bildern festgehalten und als Teil seiner eigenen Situationen reflektiert, in die der Künstler als Jude durch die rassistische Ideologie des nationalsozialistischen Deutschland hineingestoßen wurde. Seine Bilder sind geprägt von der beschaulichen Geborgenheit der Provinz, vom schnellen, dem Zeitgeist konformen Erfolg in der Kunstmetropole Berlin, von der Bedrohung und Orientierungslosigkeit in der Emigration, von Kriegsdrohung und Bombenkrieg, von der Angst im Internierungslager, der Isolation im Untergrund und im Versteck und schließlich vom Leid und der Vernichtung der Juden in Europa durch das Naziregime. Kein Betroffener hat den "Holocaust" der Juden in Europa künstlerisch dokumentiert wie Nussbaum. Für ihn wurde in seiner aussichtslosen Situation Malerei zur Widerstandshandlung, da sie ihm seine menschliche Würde erhielt und ihm lange Zeit die Kraft zum Überleben gab. Er war Protokollant dieser Zeit und wurde ihr Opfer.

Der Künstler Felix Nussbaum ist sicherlich nicht der Avantgarde zuzurechnen, er gehört zur “Verschollenen Generation” der um 1900 Geborenen, die wie keine andere in ihrer künstlerischen Entfaltung durch die Zeitumstände behindert, abgeschnitten und schließlich vergessen wurde. Ihre Wiederentdeckung begann erst in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts.

In diese Zeit fällt auch der Beginn der Beschäftigung des Kulturgeschichtlichen Museums Osnabrück mit dem Maler Felix Nussbaum. Seit mehr als zwanzig Jahren erforscht das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück Leben und Werk Felix Nussbaums. Im Laufe der Zeit entstand im Museum mit mehr als 160 Bildern die umfangreichste Sammlung von Werken dieses Malers. Sie wird ergänzt durch Dokumente biografischen, zeitgeschichtlichen und politischen Inhalts, mit denen die Erfahrungen seiner Bilder als politisches Vermächtnis erkannt werden können: als Auftrag und Verpflichtung nicht zu vergessen, was geschehen ist. Dieser Verpflichtung wurde zuletzt 1998 mit dem Neubau des Felix-Nussbaum-Hauses des Architekten Daniel Libeskind Rechnung getragen. Seit März 1999 ist hier die vollständige Sammlung Felix Nussbaum zu sehen, gemäß seinem Wunsch: "Auch wenn ich untergehe, lasst meine Bilder nicht sterben, zeigt sie den Menschen."

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