In einem Pressegespräch am 4. Dezember hat Oberbürgermeister Boris Pistorius eine Beschlussvorlage erläutert, die der Rat am Dienstag, 11. Dezember, beraten wird, sofern die Mitgliederversammlung des VfL Osnabrück am Sonntag, 9. Dezember die Ausgliederung der Fußball-Abteilung in eine geplante VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA beschließt.
Die finanzielle Unterstützung ist an mehrere Bedingungen geknüpft. Unter anderem muss die KGaA bis zum 28. Februar 2013 ein Sanierungskonzept mit klar definierten Meilensteinen zur nachhaltigen finanziellen Gesundung vorlegen. Professionelle Strukturen werden gefordert. Außerdem muss für den Lizenzbereich ein Hauptgeschäftsführer eingestellt werden, die Personalkosten in der Verwaltung reduziert und die Einnahmesituation durch Werbung und Merchandising verbessert werden. Die Stadt räumt sich ein Mitentscheidungsrecht bei der Verwendung zusätzlicher, nicht geplanter Einnahmen etwa bei Pokalspielen ein. Sie besteht außerdem auf erweiterte Informations-, Kontroll- und Prüfungsbefugnisse.

Von links: Olaf Becker, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, und OB Pistorius
Unter diesen Bedingungen könnte, sofern der Rat zustimmt, die städtische Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH (OBG) sich mit 5 Prozent an der mit dem Verein zu gründenden Stadion KG beteiligen. Dafür würde die OBG ein Gesellschafter- sowie ein Liquiditätsdarlehen in Höhe von maximal 3,6 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Dafür würde der mit dem Verein geschlossene Optionsvertrag aufgehoben werden, sodass sich das bereitzustellende Darlehen auf 2,5 Millionen Euro beläuft. Außerdem würde sich die Stadt damit einverstanden erklären, dass die im Rahmen der Stadionfinanzierung zugunsten des VfL ausgesprochenen Bürgschaftserklärungen mit einem Restschuldenstand in Höhe von 1.353.512 Euro auf die zu gründende Stadion KG übertragen werden.
"Würde die Stadt den VfL nicht unterstützen, würde das gleichbedeutend mit der Insolvenz des Vereins sein. Das wollen wir nicht und wir wollen das auch deswegen nicht, weil wir mit den eingeleiteten Maßnahmen das städtische Vermögen schützen wollen. Das steht im Vordergrund", erläuterte Pistorius.
Pistorius und Olaf Becker, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater der audalis aus Dortmund, erklärten, dass zwar alles solide durchgerechnet sei, dass es aber zahlreiche Risiken gebe. So hat die KG eine Liquiditätslücke, die der Verein noch füllen müsse.
"Dieses Konzept ist wie ein Elfmeter in der Nachspielzeit", sagte Pistorius. "Wenn die nun gewonnene Zeit nicht genutzt wird, dann war es das. Ein weiteres Rettungspaket wird es mit der Stadt definitiv nicht geben."
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