Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation Direkt zur Sucheingabe

Nussbaum 

Ein deutscher Maler

Felix Nussbaum (1904-1944)

Nussbaum malt
Nussbaum malt
Nussbaum Selbstbildnis
Nussbaum Selbstbildnis
Felix Nussbaum, 1904 in Osnabrück geboren, studierte in den Zwanzigerjahren freie und angewandte Kunst in Hamburg und Berlin. Bereits gegen Ende des Jahrzehnts und in den frühen Dreißigerjahren feierte Nussbaum große Ausstellungserfolge in Berliner Galerien. In seinen zu dieser Zeit entstandenen Familienporträts, Selbstbildnissen, Städte- und Landschaftsansichten setzte er sich mit den Werken von Vincent van Gogh und Henri Rousseau auseinander. Diese Arbeiten dokumentieren auch seine Suche nach einer aus der Phantasie gewonnenen, figurativen Bildsprache, die Anregungen der Werke Giorgio de Chiricos und Carlo Carrás spürbar werden lassen. In der Farbigkeit und den Darstellungsmodi wird hingegen der Einfluss Carl Hofers deutlich.

Stipendium in Rom

In Anerkennung seines Schaffens erhielt Nussbaum 1932 ein Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 verhinderte seine Rückkehr nach Deutschland. Nussbaums Weg führte fortan, gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und späteren Ehefrau, der jüdisch-polnischen Malerin Felka Platek, über Italien nach Frankreich und Belgien. 1937 bezog das Paar eine Wohnung in Brüssel. Nussbaums Arbeiten aus dieser Zeit - darunter außergewöhnliche Selbstporträts - künden von zunehmender künstlerischer Isolation und persönlicher Angst vor Verfolgung und Ausweisung.

Verhaftung

Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Belgien wurde Felix Nussbaum 1940 verhaftet und im südfranzösischen Lager Saint Cyprien interniert. Ihm gelang jedoch die Flucht aus einer Kaserne in Bordeaux. 1942 tauchte er zusammen mit seiner Frau in Brüssel unter. 1944 wurden beide von der deutschen Wehrmacht entdeckt, nach Auschwitz deportiert und ermordet.

Nussbaums Werke thematisieren ab 1940 symbolhaft und in unvergleichlicher Weise das Grauen des Holocaust. Zwei Bilder aus dieser Zeit machten Felix Nussbaum bei der Wiederentdeckung seines Nachlasses berühmt: Das "Selbstbildnis mit Judenpaß" (1943) und das apokalyptische Großbild "Triumph des Todes" (1944).

Die Felix Nussbaum-Sammlung

Die Anfänge der Felix Nussbaum-Sammlung in Osnabrück gehen auf das Jahr 1970 zurück, als die Erben Nussbaums die vor belgischen Gerichten erstrittenen Bilder, ein Konvolut von mehr als 100 Arbeiten, in Nussbaums Geburtsstadt Osnabrück brachten. 1971 erfolgte die erste umfassendere Ausstellung mit Werken des Künstlers in der Osnabrücker Dominikanerkirche. Mitte der achtziger Jahre wurden seine Arbeiten einem internationalen Publikum in Einzelausstellungen in New York, Jerusalem, Manchester und im französischen Angers vorgestellt.

Mit 100 Werken fand 1990 die bis dahin größte Einzelausstellung Nussbaums im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück statt. 1994 waren Nussbaums Werke bei der in Paris und Barcelona gezeigten Ausstellung "La ville, art et architecture en Europe 1870 - 1993", 1995 bei der Biennale in Venedig und der Europaratsausstellung "Art and power - Europe under the Dictators" in London vertreten.

Internationale Ausstellungen

Auf ein großes Interesse stieß 1994/95 die Nussbaum-Ausstellung im Amsterdamer Joods Historisch Museum, die 42000 Besucher zählte. 60000 Besucher sahen 1997 die Nussbaum-Ausstellung im Israel-Museum, Jerusalem. Die israelischen Medien sprachen von einer "Wiederentdeckung", und die weitverbreitete Tageszeitung "Haaretz" würdigte Nussbaum als "wichtigsten jüdischen Künstler des Jahrhunderts". Die siebenwöchige Ausstellung zur Eröffnung des Felix-Nussbaum-Hauses im Sommer 1998 - "Architektur und Malerei - Daniel Libeskind und Felix Nussbaum" - besuchten 30000 Interessierte. Die Jubiläumsausstellung "Zeit im Blick - Felix Nussbaum und die Moderne" zum hundertsten Geburtstag des Künstlers zog zwischen Dezember 2004 und März 2005 über 45000 Besucherinnen und Besucher an. Rund 130 Leihgaben herausragender Künstler der Moderne wie Pablo Picasso, Marc Chagall, Paul Klee, Max Beckmann, Edvard Munch und Henri Rousseau wurden gemeinsam mit 40 Schlüsselwerken Nussbaums gezeigt.

Die wiederentdeckten Bilder Nussbaums wurden 1993 vom Bundesministerium des Innern als ein "Werk von nationaler Bedeutung" qualifiziert und erhielten somit den Status eines zu schützenden, nationalen Kulturgutes. Eigentümerin des größten Teils der Osnabrücker Nussbaum-Sammlung ist seit 1994 die Niedersächsische Sparkassenstiftung. Sie erwarb die Bilder, um das Erbe des Malers gemeinsam mit der Stadt Osnabrück für die Nachwelt zu erhalten.

Zurück   Seitenanfang