Das Rathaus in Osnabrück.

Von Berg zu Berg mit Kompass und GPS

Umweltbildungsnetzwerk ''3 Berge'' stellt neues Tourenprojekt vor

Wie viele Haushalte versorgen die Piesberger Windkraftanlagen mit Strom? Warum ist der Osnabrücker Marktplatz 300 Millionen Jahre alt? Und was haben Wolf, Orang-Utan und Tapir gemeinsam? Antworten auf diese und andere Fragen rund um Natur, Umweltschutz sowie Stadt- und Erdgeschichte beantwortet ein kleines, handliches GPS-Gerät - also ein satellitengestützes Navigationssystem -, das naturinteressierte Besucher in Osnabrück ab sofort ausleihen können. Die Entwicklung im Rahmen eines pädagogischen Gesamtkonzeptes wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 123.000 Euro gefördert.

Die Handhabung und Verwendung des Geräts ist denkbar einfach: Der audiovisuelle Tourenguide verfügt über einen integrierten Stadtplan sowie einen digitalen Kompass und ermöglicht so die genaue Positionierung und das Erkennen der Blickrichtung. "Das heißt, der Nutzer weiß immer, wo er ist und welche Sehenswürdigkeiten sich in Blickrichtung befinden", erklärt Hartmut Escher, Geschäftsführer des Natur- und Geoparks TERRA.vita. Dazu markieren Sternchen auf der Karte Sehenswürdigkeiten wie Tropenhaus, Felsrippe am Piesberg oder Rathaus - und ein sanftes Klingeln erinnert: Hier gibt es was zu hören und zu sehen. Eine elektronische Stimme gibt auf Wunsch auch ganz ausführlich die Informationen zu Pflanze, Gebäude oder Denkmal. Das Display zeigt Einzelheiten, Bilder oder wahlweise auch Text zum Mitlesen.

Und was gibt es zu sehen? Angeboten werden sieben Routen mit Informationen zu mehr als 80 Sehenswürdigkeiten in und um die Einrichtungen des DBU-geförderten Bildungsnetzwerks "3 Berge". Und die haben es in sich, denn gleich sieben Rad- und Wanderrouten sind in dem GPS-gestützten Tourenguide eingespeichert: ein Rundgang durch das Museum am Schölerberg, eine Artenschutz- und eine Highlightroute im Zoo Osnabrück, ein Spaziergang durch die Pflanzenwelt im Botanischen Garten, eine Tour mit den thematischen Schwerpunkten Klimaschutz und Biologische Vielfalt im Zentrum für Umweltkommunikation (ZUK) der DBU sowie ein Rundweg durch die Industriekulturlandschaft am Piesberg. Die Touren lassen Natur, Kultur, Umwelttechnologie und Industriegeschichte lebendig werden. Dazu kommt eine 38 Kilometer lange Radroute, die die Einrichtungen der 3 Berge verbindet. Sie zeigt, wie viel Erdgeschichte in den historischen Gebäuden der Stadt vermauert ist.

"Das elektronische Informationssystem ist eine ideale Ergänzung zu den Führungen und Bildungsprogrammen des 3 Berge-Netzwerks", sagt DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E. h. Fritz Brickwedde. Besonders für Einzelbesucher, Paare und Familien, die keine Führung buchen möchten, sei ein attraktives Angebot geschaffen worden. Die Natur und das breite Spektrum von Umweltthemen der 3 Berge könnten Besucher nun auf eigene Faust, ganz individuell erkunden. So komme jeder Besucher auf seine Kosten.

Die Hörbeiträge wurden in Zusammenarbeit mit dem Osnabrücker Radiosender osradio 104,8 produziert. "Alle Volontäre von osradio haben ihre Stimme für das 3 Berge-Projekt gegeben - und das sehr gern. Sie haben viele Informationen über Osnabrück erhalten, ohne dieses Mal selbst recherchieren zu müssen. Die vier sind übrigens jeden Tag On Air zu hören – und da klingen sie genauso sympathisch wie auf den GPS-Geräten", schmunzelt Birgitt Laun, Medienpädagogin bei osradio.

Ziel des Gesamtkonzeptes sei es, die Qualität, aber auch die Wirtschaftlichkeit der Umweltbildungsangebote im Umfeld der drei Osnabrücker Berge Schölerberg, Westerberg und Piesberg weiterzubefördern. DBU-Generalsekretär Dr.-Ing. E.h. Fritz Brickwedde: "Bundesweite Zahlen belegen, dass einzelne Einheiten sowohl im Hinblick auf die inhaltliche Qualität und die touristische Attraktivität weniger konkurrenzfähig sind als kooperative Netzwerke mehrerer Bildungsinstitutionen. Also: gemeinsam sind wir stark."

So sollten unter anderem abgestimmte, mehrtägige Angebote für Klassenfahrten entwickelt werden, die auch überregionale Schulklassen als eine wichtige Zielgruppe fokussierten. Der Bekanntheitsgrad der Angebote und der Bildungsinstitutionen solle in Schulen, Kindergärten, Jugendgruppen, Familien mit Kindern, bei Seniorinnen und Senioren sowie regionalen und überregionalen Touristen gesteigert werden. Flyer, Radwegweiser, die Ausstattung von Bushaltestellen mit einer "Drei-Berge-Umgebungskarte", eine gemeinsame Internet-Präsenz, eine kombinierte Mobilitätskarte für die umweltverträgliche Anreise von Gruppen und der gemeinsame Besuch von Tourismus-Messen: "Die ‚Marke Drei Berge’ soll sich in den Köpfen festsetzen", so Brickwedde.

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