Das Rathaus in Osnabrück.

Baugebiet "In der Gartlage" – (fast) einmalig in Norddeutschland

Es handelt sich um 84 Einzelgrundstücke, die – wenn alles gut geht – ab Herbst dieses Jahres bebaut werden können. Bis dahin soll das Baugebiet "In der Gartlage" vollständig erschlossen sein. Und das Interesse ist groß, weil die Stadt für Familien eine interessante Förderung bis zu 15.000 Euro anbietet und weil 34 Grundstücke für Passivhäuser reserviert sind, die etwa 80 Prozent Heizenergie weniger verbrauchen als 'normale' Neubauten. Ein Passivhaus kann von der Stadt pro Grundstück mit 3000 Euro gefördert werden, so dass eine Gesamtförderung in Höhe von 18.000 Euro möglich ist, wenn alle Bedingungen stimmen. Der Kaufpreis beträgt pro Quadratmeter zwischen 160 Euro und 180 Euro.

"Wir freuen uns sehr über das große Interesse", sagte Oberbürgermeister Boris Pistorius bei einem Pressegespräch vor Ort, wo bisher noch nichts darauf hindeutet, dass schon in einem Jahr zwischen Knollstraße und Ellerstraße die ersten Häuser stehen werden. "Dass hier eine Bebauung ermöglicht wurde, ist auf einen breiten Konsens im Rat zurückzuführen. Auf der Grundlage dieser Einmütigkeit können wir Osnabrückern, aber auch Menschen, die von außerhalb kommen und gern hier bauen möchten, ein attraktives Angebot machen."

Dass die Passivhäuser eine Herausforderung für das Osnabrücker Handwerk sei, betonte Michael Hagedorn, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Rat: "Das Handwerk wird sich auf die technischen Anforderungen von Passivhäusern schnell einstellen." Und Maria-Theresia Sliwka, FDP, sagte: "Diese Herausforderung ist aber auch eine Chance für Unternehmen, die sich in Osnabrück gern ansiedeln wollen." Frank Henning, Fraktionsvorsitzender der SPD, ergänzte: "Dieses Baugebiet stellt eine Symbiose zwischen Ökonomie und Ökologie dar, die zu einer Innovationsoffensive für das Osnabrücker Handwerk werden kann, die wiederum Arbeitsplätze schaffen wird." Und der Fraktionsvorsitzende der CDU, Fritz Brickwedde erläuterte: "Wenn die Einwohnerzahl schrumpft, bekommt die Stadt weniger Zuweisungen durch das Land. Zugleich steigt die Belastung für jeden einzelnen Bürger, weil die fixen Kosten, etwa für Infrastruktur, auf weniger Menschen verteilt werden müssen. Wir müssen also die Einwohnerzahl zumindest halten oder sogar steigern. Dafür leistet diese Baugebiet einen wichtigen Beitrag."

"Dieses Baugebiet bringen wir im richtigen Moment an den Markt", sagte Pistorius. "Wir konnten 2010 über 1000 Neubürger zählen, der höchste Wert seit 15 Jahren. Dieses Baugebiet findet ein großes Interesse und ist in Norddeutschland fast einmalig. Nur in Hannover existieren ähnliche Baugebiete, in denen der Bau von Passivhäusern verlangt wird."

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