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Rohstoffe aus der Deponie Piesberg?

Osnabrücker Service Betrieb bewirbt sich um Zuschüsse

Durch die Rohstoffverknappung ist die Nutzung alter Deponien unter dem Begriff "Urban Mining" ein aktuelles Thema geworden. Der Osnabrücker ServiceBetrieb (OSB) hat sich auf der Basis eines fraktionsübergreifenden Ratsbeschlusses mit dieser Thematik intensiv beschäftigt und bewirbt sich nun um Zuschüsse für ein Forschungsprojekt. Finanzvorstand Dr. Horst Baier, zuständig für den OSB, erläutert den Hintergrund. "Bei Metallen wie Eisen, Kupfer, Aluminium, Zinn, Nickel, seltenen Erden und Edelmetallen sind stark steigende Weltmarktpreise zu erwarten. Außerdem ist die Verfügbarkeit solcher Metalle begrenzt. Daher bekommen die in Deponien gespeicherten Stoffe immer größere Bedeutung. Die Rückgewinnung von Wertstoffen aus Deponien und aus Haus- und Gewerbeabfällen wird daher ein wichtiges Zukunftsthema."

Mengen und Konzentrationen sowie der Zustand der Stoffe in der Deponie Piesberg soll erkundet werden. Die Deponie ist mit 7,5 Millionen Megatonnen (Mg) Abfällen die zweitgrößte Deponie in Niedersachsen und enthält ca. 1 Prozent der Siedlungsabfälle der Bundesrepublik. Hausmüll, hausmüllähnlicher Gewerbeabfall sowie Klärschlamm ergeben nach ersten Schätzungen eine Gesamtmenge von 5,5 Millionen Mg, davon wären 180.000 Mg Eisenschrott, 6.300 Mg Kupferschrott und 3.600 Mg Aluminiumschrott. Der eingelagerte Bauschutt enthält ebenfalls erhebliche Rohstoffressourcen. "Der Rückbau der Deponie für Zwecke der Rohstoffgewinnung ist derzeit zwar nicht wirtschaftlich", sagt Baier, "da wir aber mit der langfristigen Abdeckung der Deponie mit einem Millionenaufwand in Kürze beginnen müssen, ist jetzt der geeignete Zeitpunkt, um über Bohrungen mehr Erkenntnisse über die Zusammensetzung des Deponiekörpers zu erhalten, die später nützlich werden können."

"Da die Erforschung des Deponiekörpers die finanziellen und fachlichen Möglichkeiten der Stadt übersteigt, möchten wir uns an einem Forschungsprojekt beteiligen", führt der Betriebsleiter des OSB, Axel Raue, aus. Um zu ermitteln, wie diese Wertstoffe gewonnen werden können, hat sich der Osnabrücker Service Betrieb um eine Förderung durch das Bundesministerium für Forschung und Bildung (BMFB) in einem Verbundprojekt mit 15 Forschungspartnern und 9 weiteren Industriepartnern beworben. Die Gesamtsumme der Förderung beträgt 30 Millionen Euro. Der OSB hat für Erkundungsbohrungen zunächst 100.000 Euro beantragt. "Wir hoffen auf weitere Fördergelder, da eine Finanzierung aus Gebühren nicht in Frage kommt", sagt Raue.

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