Bei den Bettelorden entwickelte sich frühzeitig eine Abneigung gegen stark plastische Bauformen. Diese Vorstellungen fanden ihren Niederschlag in den großen geschlossenen Mauerflächen und einfachen Fensterleibungen. Im Inneren werden die gekehlten Dienste und Rippen auf zierlichen Konsolen abgefangen. Wo sich die Mönche, wie bei den Schlusssteinen zu Schmuck entschlossen haben, sind die Ergebnisse von klassischer Schönheit und großer Symbolkraft.
Schlusssteine der Osnabrücker Dominikanerkirche, Beschreibung von Osten beginnend:
1. Christusbild
2. Das Lamm mit der Fahne
3. Der Pelikan
4. Der seine Jungen anhauchenden Löwe
5. Der Schlussstein des Vierungsgewölbes ist mit dem Wappen des Grafen von Hoya geschmückt.
Vergleichbares birgt der 1294 bis 1321 entstandene Kreuzgang im Kloster Marienfeld. Die Wappenschlusssteine des Hauses Hoya, das im 15. Jahrhundert drei Osnabrücker Bischöfe stellte - Otto II. (1410 bis 1424). Erich I. (1437 bis 1442) und Albert (1450 bis 1454) - sprechen für die Bautätigkeit in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Es ist wahrscheinlich, dass der Bau der Kirche 1432 zum Abschluss gekommen ist.
Wenig ist - obwohl ein Nekrologium des Dominikanerkonvents existiert - über die Bestattungen, die innerhalb der Klosterkirche vorgenommen wurden, bekannt. Man weiß allerdings, dass im 17. Jahrhundert der vierjährige (durch einen Sturz in kochendes Wasser) verunglückte Sohn eines der großen Gönner des Konvents, Theodor Morrien, Jurist und Syndikus des Domkapitels, Richter zu Quakenbrück, im Chor der Dominikanerkirche - auf der linken Seite in einem ausgemauerten Grab - beigesetzt wurde. In diesem (erweiterten) Grabe fanden auch später Theodor Morrien selbst und dessen zweite Frau ihre Ruhestätte. Ein Ölgemälde, die Eltern und den verunglückten Knaben darstellend, war auf dem Chore an der Wand nach derjenigen Seite hin, an welcher die Wohnung der Novizen lag, zu sehen. 1803 gelangte das Bild in den Bestand des Osnabrücker Doms. Heute gilt es als verschollen.




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