Bereits wenige der unverwechselbaren Federstriche dieses bescheidenen Künstlers von hohem Rang eliminierten den geistreichsten Leitartikel und erzeugten allmorgendlich auch bei dem griesgrämigsten Leser der Tageszeitung ein Schmunzeln. Treffsicher attestiert ihm denn auch der Leitartikler eine besondere politische Urteilsfähigkeit, gepaart mit nicht versiegender Informationsfreude und Spürsinn für das Denken und Fühlen seiner Adressaten sowie einen unendlichen Fundus an Ideen.
Osnabrück wurde 1949 zur Wahlheimat des gebürtigen Mülheimers, der unter anderem über eine Lehre als Chemiegraph und dem Studium an der Folkwang-Werkkunstschule in Essen zur Anstellung als "regelmäßig gedruckter Hauskarikaturist" bei der damaligen Neuen Tagespost gelangte und diese Tätigkeit bis zu seinem Ableben bei der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) mit findigem Engagement ausübte.
Dazwischen lagen Jahre der Mitarbeit bei der "Welt", dem "Stern" und der "Brigitte". In- und ausländische Zeitungen und Zeitschriften druckten seine Zeichnungen nach und förderten seine Popularität. Zahlreiche Bücher (teils in plattdeutscher Sprache) steigerten seine Beliebtheit. Und so blieben die Ehrungen wie der 1973 verliehene Niedersächsische Preis für Publizistik und 1979 die Verleihung der Möser-Medaille an den Künstler durch die Stadt Osnabrück nicht aus. Der Verkehrsverein Stadt und Land Osnabrück e.V. machte ihn zur Jahrtausendwende zum "Grünkohlkönig". Im Mai 2003 errichteten beide dem verdienten Bürger in der nach ihm benannten "Fritz-Wolf-Passage" an der Krahnstraße ein Denkmal als Dank und Anerkennung für sein Lebenswerk.
Fritz Wolf verstarb 2001 nach schwerer Krankheit.
Vivat Lupus!
Walter Hunger






