Einfachheit und weite übersichtliche Räume

Ikonographie des Dominikaner- klosters
Der Dominikaner-Predigerorden entstand um 1215 in Südfrankreich. Der Orden forderte in der Baukunst - wie zum Beispiel auch der Orden der Franziskaner - Vereinfachung und weite übersichtliche Räume. Dennoch stellte der Orden keine verbindlichen Bauregeln auf. Die Kirchen folgten allerdings oft dem Vorbild ihrer ersten bedeutenden Ordenskirchen in den einzelnen Ordensprovinzen und bezogen die herrschenden Traditionen in die Bauplanungen mit ein. Es bildeten sich regionale Gruppen und in einigen Fällen kam es zu neuen, zum Teil einzigartigen Lösungen.
Der Chor der Osnabrücker Dominikanerkirche wurde im späten 13. Jahrhundert erbaut. Das Querschiff und die beiden Joche des zweischiffigen Langhauses mit hohem Mittelschiffen und niedrigen basilikalen nördlichen Seitenschiffen wurden vermutlich erst um 1432 fertiggestellt. Die zweischiffige Raumform entsprach alter klösterlicher Bausitte und findet noch im 15. Jahrhundert eine Parallele in der 1474 geweihten Mauritiuskirche zu Minden.
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Das Dominikanerkloster selbst schmiegte sich mehrstöckig direkt an die nördliche Chorwand der Kirche. Es wurde erst im 16. Jahrhundert, vor allem aber in der Barockzeit zu einem vierflügeligen Kloster umgebaut.
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Der Bau des Dominikanerklosters stand ursächlich im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen zwischen dem Osnabrücker Bischof und dem Rat der Stadt Osnabrück im Mittelalter. Der Bischof versuchte, die Position der Kirche gegenüber der Stadt durch innere Reformen zu stärken, indem er Bettelorden nach Osnabrück zog. Diese Orden erfreuten sich anfangs der besonderen Gunst des Volkes, zumal sie gegen die sich immer stärker abzeichnende Verweltlichung der Kirche standen.
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