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Mit persönlichem Blick 

Mit persönlichem Blick unterwegs im Haus der Erinnerung

Ein Projekt mit Studierenden der Universität Osnabrück

Gruppe der Studenten mit persönlichem Blick
Studenten mit persönlichem Blick
Gruppe der Studenten mit persönlichem Blick
 

Die Villa Schlikker – ein Ort der Geschichte und Identität

Liebe Museumsfreunde,
sich mit Geschichte zu beschäftigen, ist keine abstrakte Sache, sondern hat immer auch etwas mit der eigenen Person zu tun. Wenn Sie ein geschichtliches Buch lesen, einen Geschichtsfilm ansehen oder ein historisches Museum besuchen, tauchen unwillkürlich Fragen nach der persönlichen Lebensgeschichte auf. Erinnerungen werden geweckt, die etwas über die eigene Identität erkennen lassen.

In diesem Sinne sind junge Studierende der Universität Osnabrück in den Räumen der Villa Schlikker ihren ganz persönlichen Erinnerungen nachgegangen. Sie ließen sich dabei durch einzelne Themen, die Raumgestaltung oder bestimmte Gegenstände leiten. Indem ihre Lebensgeschichten auf die Erzählungen der Ausstellung treffen, wird dieses Haus der Erinnerung zu einem Raum des Dialogs. Es wird die Frage aufgeworfen, was die Vergangenheit dieses Ortes heute noch mit uns zu tun hat. Um welchen Ort geht es überhaupt?

Die Villa Schlikker wurde 1900/01 errichtet und hat die wechselvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts unmittelbar erfahren. Könnte das repräsentative Wohnhaus eines Großindustriellen sprechen, würde es uns vom Wachsen der Industrie- und Großstadt Osnabrück erzählen. Es würde berichten, wie es 1932 Sitz der örtlichen NSDAP wurde, in dem während des Nationalsozialismus die Geschicke der Stadt bestimmt wurden. Es würde erläutern, wie die Alliierten 1945 die Stadt besetzten und hier eine Militärregierung einrichteten. Und es könnte beschreiben, wie es als Museumsgebäude die Etablierung der bundesrepublikanischen Demokratie erlebte.

Diese wechselvolle Geschichte des Ortes und die Intimität der ehemaligen Wohnräume sind gute Gründe, um hier den Alltag von Menschen zu zeigen, die in diesem für das Verständnis unserer Gegenwart so zentralen 20. Jahrhundert in Osnabrück gelebt haben. In alltäglichen Raumsituationen wird vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen seit dem Kaiserreich danach gefragt, was die Identität von Menschen in unterschiedlichen geschichtlichen Situationen ausmacht. Was prägte sie? Wie beeinflusste die persönliche Identität ihr Handeln?

Wenn Sie die folgenden sehr persönlichen Geschichten junger Menschen im Alter von 19 bis 31 Jahren betrachten, bekommen Sie vielleicht Lust, das Museum selbst zu besuchen. Gehen Sie auf Entdeckungsreise! Sicher finden Sie etwas im Haus der Erinnerung, das mit Ihrer eigenen Geschichte zu tun hat. Wenn Sie Interesse haben, senden Sie uns Ihre persönliche Erzählung zu oder besuchen unsere Gesprächsforen. Wir hören Ihnen gerne zu und kommen mit Ihnen ins Gespräch.

Und nun wünsche ich Ihnen beim Lesen dieser ganz besonderen Erzählungen viele interessante Eindrücke. Sie werden schmunzeln, Sie werden nachdenken, und Sie werden sich selbst erinnern.

Dr. Thorsten Heese
Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Kurator für Stadtgeschichte

 

Villa Schlikker

Heger-Tor-Wall 27/28
49078 Osnabrück


Ansprechpartner:

Dr. Thorsten Heese
Telefon: 0541 323-4435
(nur montags und mittwochs)

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