Das Rathaus in Osnabrück.


Neumarkt: Die Entscheidung ist gefallen

Für das an exponierter Stelle gelegene Grundstück der Sparkasse am Neumarkt/Kollegienwall ist der Investorenwettbewerb abgeschlossen worden. Drei Investorengruppen mit ihren Architekten haben sich am Verfahren beteiligt. Ausgelobt wurde der Wettbewerb von der BauBeCon Sanierungsträger GmbH Osnabrück in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Städtebau der Stadt Osnabrück. Am Freitag tagte das Preisgericht und entschied sich für den Entwurf des Investors Industriebau Hoff und Partner GmbH, Gronau, sowie deren Architekten MAS architectuur bv., Hengelo/Niederlande. Die Entscheidung fiel unter Vorsitz von Prof. Jörg Friedrich aus Hamburg.

"Der Entwurf hat die Jury mühelos überzeugt", sagte Oberbürgermeister Boris Pistorius. "Er ist originell, nicht witzig. Er fasst den Platz, ohne ihn zuzustellen oder zu dominieren. Außerdem wird er die öffentliche Diskussion anregen. Zusätzlich hat die Jury die pfiffige Fassadengestaltung überzeugt." Klaus Rosche von Hoff und Partner sagte: "Die Aufgabe ist nicht ganz einfach, aber wir übernehmen sie gern." Und Architekt Rob Beerkens erläuterte: "Ein Baukörper muss direkt lesbar sein. Richtig gute Materialien werden eingebaut, die man hier kennt. Außerdem haben wir eine Fassade grün bepflanzt."

An 2. und an 3. Stelle folgten die Büros Echterhoff Projektentwicklung GmbH, Westerkappeln, und dbi Grundbesitzverwaltungs- und Projektidee GmbH, Osnabrück, mit den Architekten Gewers & Pudewill GPAI GmbH, Berlin, und MBN Bau Aktiengesellschaft, Georgsmarienhütte, mit dem Planungsbüro Rohling AG, Osnabrück.

Mit dem Entwurf erfolgt der erwartete Auftakt von einer Reihe von Baumaßnahmen am Neumarkt mit dem Ziel der städtebaulichen Aufwertung und der architektonisch-ästhetischen Erneuerung. "Der Siegerentwurf ist richtungweisend", sagte Pistorius, "weil er neue Perspektiven für die Gestaltung des Neumarkts eröffnet."

Der Entwurf sieht auf zwei durchgehenden Sockelgeschossen einen turmartigen Kopfbau zum Neumarkt und davon abgesetzt ein insgesamt 5-geschossiges Gebäude am Kollegienwall vor. Durch die im sechsten und siebten Geschoss am Neumarkt abgeschrägte Fassade ergibt sich eine prägnante städtebauliche Situation, die gleichzeitig den Respekt vor dem historischen Landgerichtsgebäude ausdrückt. Allen Gebäudeteilen gemeinsam ist die Fassadengestaltung zu den Straßenräumen mit horizontalen Bändern und durch Mauerpfeiler gegliederten geschosshohen Fenstern. Das vorgesehene Fassadenmaterial ist Naturstein. Ausnahme ist die begrünte Ostfassade des Kopfbaus. An der Hase wird eine Glasfassade, die farblich durch grüne und blaue Glaselemente gestaltet wird, vorgeschlagen.

Während der Kopfbau ausschließlich für Gastronomie und Dienstleistungen vorbehalten ist, ist im Erdgeschoss am Kollegienwall Einzelhandel geplant. In den Obergeschossen werden den einzelnen Geschossen jeweils straßenseitig alternativ Wohnungen oder Dienstleistungen zugeordnet. Dagegen werden alle Obergeschosse auf derSeite zur Hase und das Dachgeschoss zu Wohnzwecken genutzt.

Der Entwurf bietet auf der Haseseite Terrassen für Außengastronomie an, wobei die untere Ebene dem jeweiligen Wasserstand der Hase angepasst werden kann.

Im Frühjahr 2013 soll mit dem Bau begonnen werden. Mit der Fertigstellung wird im Sommer 2014 gerechnet.

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