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''Afrika in Osnabrück'' im Juni ein großer Erfolg 

"Afrika in Osnabrück" im Juni ein großer Erfolg

Festival startet wieder 2014

"Metropole Afrika" lautete das Motto des diesjährigen Afrika-Festivals Osnabrück, das mit einem Highlight-Wochenende erfolgreich zu Ende ging. Knapp 30.000 Besucher zählte die achte Ausgabe des Festivals, das mit mehr als 50 Veranstaltungen an 31 Tagen ein lebendiges Bild des Kontinents zeichnete.
 
"Uns ist es gelungen, Afrika als Erdteil darzustellen, der sich im Aufbruch befindet. Traditionelle Trommelmusik und Tanz repräsentieren zwar auch Afrika, aber wir wollten moderne kulturelle Tendenzen sowie aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zeigen und erlebbar machen", erklärt Katharina Opladen, Leiterin des städtischen Büros für Friedenskultur, die gemeinsam mit den Mitarbeitern des Vereins Forum Osnabrück für Kultur und Soziales (FOKUS) und des Aktionszentrums Dritte Welt e.V. sowie mit ihrem Team das Festival koordinierte.


 
Ein Beispiel für internationale Jugendkultur in Südafrika und Deutschland lieferte das Projekt "TOS meets Corroboration". Drei junge Männer aus Heidelberg bei Johannesburg und vier aus Münster trafen sich zwei Wochen, um gemeinsam eine faszinierende Tanzperformance zu erarbeiten, die Elemente des Gumboot-Tanzes, der Artistik, der Urban Street Art, des Slapstick und des Gesangs miteinander vereinte. Das Ergebnis präsentierten die Akteure dort, wo Street Art am besten hinpasst: Im rauen Charme des "Five Elements" am ehemaligen Güterbahnhof, wo sich zurzeit eine unabhängige Kulturszene etabliert. Aber auch auf dem afrikanischen Markt und im Rahmen diverser Workshops sorgten die jungen Männer mit witzigen Choreografien und waghalsigen Sprüngen für Begeisterung.
 
Auf großes Interesse beim Publikum, vor allem aber auch bei den Medien, stieß das Squatter Camp "Ubuntu Boom". An dem dreiwöchigen Versuch, ein Besiedlungscamp an der Skatehall zu bauen, in dem man die Lebensverhältnisse nachempfinden konnte, die in einem afrikanischen Ghetto herrschen, nahmen viele und nicht nur junge Leute teil. Sie beteiligten sich aktiv an Recyling-Aktionen, Graffiti-Projekten und Street Art-Workshops. Für Begeisterung sorgte der Auftritt der international bekannten Band Blitz The Ambassador aus Ghana, die moderne Raps mit quirligen Rhythmen und starken Bläsersätzen kombinierte.


 
Von südafrikanischer Live-Musik begleitet wurde die Eröffnung der beeindruckenden Fotoausstellung "Apartheid – Widerstand - Freiheit" im Marmorfoyer des Theaters Osnabrück. Im Beisein von Rev. Dr. Makhenkesi Stofile, dem südafrikanischen Botschafter in Deutschland, lieferte die Kronendal Music Academy flirrenden Jazz zu den ausdrucksstarken Fotos über die Geschichte Südafrikas.
 
Insgesamt neun Vorträge lieferten im Rahmen des Afrika-Festivals spannende Informationen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen – und vielfältigen Gesprächsstoff für Diskussionen, die sich oft direkt nach den Vorträgen entwickelten. So zum Beispiel nach dem Beitrag von Stefan Hippler, einem katholischen Pfarrer, Journalisten und Buchautoren, der seit 15 Jahren in Südafrika lebt. Seine Thesen zu "Gott – AIDS – Afrika" warfen viele Fragen auf, auch zur Moraltheologie und zur Position der Kirche.

Denis Goldberg, langjähriger Weggefährten von Nelson Mandela, nutzte seinen erneuten Osnabrück-Besuch, um über die 100-jährige, abwechslungsreiche Geschichte des ANC in Südafrika aus erster Hand zu berichten.
 
Einmal mehr wurden auch wieder Kinder und Jugendliche in das Afrika- Festival involviert. "Afrika macht Schule - spielend Afrika entdecken" lautete das Motto eines umfassenden Bildungs- und Informationsangebots. An nahezu 20 Schulen wurden Workshops, Ausstellungen, Theateraufführungen, Filmvorführungen und Erzählveranstaltungen geboten. Dabei stand weniger das Lernen von Fakten über Afrika im Vordergrund als das Lernen voneinander und die Förderung des gegenseitigen Verständnisses.
 
Zum Finale des diesjährigen 8. Afrika-Festivals ließen sich mehrere tausende Besucher von exotischen Düften, vibrierenden Rhythmen und reichhaltigem Warenangebot auf dem Afrikanischen Markt vor dem Theater und auf den Domvorplatz locken.
 
Neben kulinarischen Köstlichkeiten ließen sich die Besucher auch vom Kulturprogramm begeistern. Vor allem die Kinder und Jugendlichen aus Kenia, die unter dem Namen Shangilia auf Europatournee waren, faszinierten mit akrobatischen Tricks auf dem Einrad oder waghalsigen Figuren beim Seilspringen.

 

Den Höhepunkt des Afrika-Festivals bildete das Open-Air-Konzert "Afrikamie" auf der Bühne vor dem Rathaus. Drei Bands hatte das Veranstalterteam eingeladen, die 3000 Zuschauer anlockten. Für entspannte Atmosphäre sorgte zunächst die Band Toguna aus La Reunion, die mit ihrem ersten Konzert auf deutschem Boden viele Fans gewinnen konnte. Im Trio präsentierten sie vorwiegend die Songs, die sie für ihr aktuelles Album zusammen mit Patrice in Köln aufgenommen haben.
 
Zur Lehrstunde in Sachen moderne Klänge aus Afrika geriet die Performance von Yao Bobby aus Togo. Afrikanische Gesänge in Kombination mit französischen Rap-Texten zur Geschichte Afrikas zeichneten ein lebendiges Bild vom brisanten Kulturleben in den afrikanischen Metropolen.


 
Dicht gedrängt stand das Publikum, als schließlich Weltenbummlerin Y´akoto, Schirmherrin des Festivals, mit ihrer Band ins Scheinwerferlicht trat. Atmosphärischer Soul, höchst charmant dargeboten, ließ die Zuschauer begeistert mitgehen. Eine ausgezeichnete Band sorgte dafür, dass die modernen Songs der Sängerin mit ihrer einfühlsamen Stimme überzeugten. Eine Ballade, die Y´akoto allein zu den Klängen einer akustischen Gitarre vortrug, setzte einen großartigen Schlusspunkt unter ein gelungenes Festival.
 
Das nächste Afrika Festival Osnabrück wird im Juni und Juli 2014 stattfinden. Nähere Informationen sind im städtischen Büro für Friedenskultur unter Telefon 0541/323-2322 erhältlich.

Fotos: Copyright Angela von Brill
 
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