444 Städte und Gemeinden aus 11 europäischen Ländern hatten sich im Vorfeld um den begehrten Preis bemüht, der seit 2002 von Europas größter Klimaschutzorganisation vergeben wird. 15 Preise in verschiedenen Kategorien wurden vergeben, davon vier in der Kategorie "Großstädte über 100.000 Einwohner" für Osnabrück, Freiburg und Den Haag und Gent.
Umweltdezernent Wolfgang Griesert nahm die Auszeichnung für das Osnabrücker Photovoltaikprojekt entgegen, das bundesweit bekannt geworden ist, nachdem es an der Fachhochschule Osnabrück ein Forscherteam um Prof. Dr. Martina Klärle entwickelt hat. Verliehen wurde die Auszeichnung im weltberühmten Stift Melk in der Wachau bei Wien.
"Mit Sun Area", sagte Griesert, "hat sich Osnabrück bundesweit einen Namen im Bereich Photovoltaik erarbeitet und das obwohl die Stadt etwa 10 Prozent weniger jährliche Sonneneinstrahlung aufzuweisen hat als der Süden Deutschlands." Trotzdem entscheiden sich auch in Osnabrück immer mehr Bürger, Landwirte und Gewerbetreibende für die Installation von Solarstromanlagen und nutzen im Vorfeld das von der Stadt Osnabrück entwickelte Sun Area-Internetportal (www.osnabrueck.de/sun-area). "Innerhalb von nur zwei Jahren", erklärte Griesert, "hat sich so die in Osnabrück installierte Solarstromleistung mehr als verdoppelt. Mit dem Sonnenstrom "made in Osnabrück" könnten rechnerisch immerhin schon mehr als 700 3-Personenhaushalte ganzjährig ihren Strombedarf vollständig decken."
Die Jury, die ihre Auswahl unter Berücksichtigung von vier Bewertungskriterien (Kosten-Nutzen-Verhältnis, Innovation, CO2–Reduktion und Übertragbarkeit) traf, zeichnete Osnabrück für die Umsetzung des Sun-Area-Projektes aus: Der Fachbereich Umwelt der Stadt Osnabrück hatte 2008 im Rahmen einer durch Sponsoring finanzierten Aktion 70 Eigentümer von gut oder sehr gut geeigneten Dächern für Solarstromanlagen mit großem Erfolg beraten worden.
"Mittlerweile", so Griesert, "haben sich mehr als 150 Städte von den Experten des Fachbereichs Umwelt über Sun Area informieren lassen, in jüngster Zeit sogar auch zunehmend Städte aus dem Ausland von Frankreich über Israel bis Chile und Japan."
Das Sun Area-Projekt, das am 17. Oktober auch mit dem deutschen Eurosolarpreis in Karlsruhe ausgezeichnet wurde, wird mittlerweile in vielen Städten angewendet, so gingen jüngst 82 Gemeinden EU-gefördert im Südschwarzwald ans Netz. Auch Städte wie Braunschweig, Bielefeld, Gelsenkirchen haben mit Sun Area ihr Solarstrompotenzial ermittelt und bieten die Ergebnisse ihren Bürgern an. Eine Reihe weiterer Großstädte wie Mainz, Wiesbaden und Bonn haben bereits Aufträge zur Erstellung von Sun Area Katastern erteilt, Berlin und Frankfurt sollen Anfang 2010 folgen. Das Land Hessen und NRW lassen derzeit ihre Länder flächendeckend mit Laserscannern aufnehmen und haben erklärt, den Kommunen die Daten kostenlos zur Verfügung stellen zu wollen, was voraussichtlich viele weitere Kommunen veranlassen wird, dem Beispiel Osnabrücks zu folgen.
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