Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation Direkt zur Sucheingabe

Marktsiedlung 

Markt- und Ratsbrunnen

Marktplatz mit Rats- und Marktbrunnen auf dem Stadtplan von Wenzel Hollar (1633)
Marktplatz mit Rats- und Marktbrunnen
Marktplatz mit Rats- und Marktbrunnen auf dem Stadtplan von Wenzel Hollar (1633)
Ratsbrunnen (Bergersches Bischofsbuch von 1607)
Ratsbrunnen
Ratsbrunnen (Bergersches Bischofsbuch von 1607)
Marktbrunnen
Marktbrunnen
Marktbrunnen
Bürgerbrunnen
Bürgerbrunnen
Bürgerbrunnen
 
Nur die beiden wohl in das 13. Jahrhundert zurückreichenden Brunnen waren nicht vom radikalen Umbau des Marktplatzes zwischen 1487 und 1512 betroffen. Sie wurden lediglich erneuert und überdacht.

Östlich der Marienkirche befindet sich ein später als Marktbrunnen bezeichneter Bruchsteinröhrenbrunnen auf einem quadratischen Rahmen aus Holzbalken. Die Steinröhre reicht bei einem Durchmesser von 1,50 Meter etwa 3,60 Meter in die Tiefe. Zu einem noch unbekannten Zeitpunkt wurde der Brunnen mit einem turmartigen Aufbau versehen (Kaak). Auf der gewölbten Oberfläche stand nun eine steinerne Säule mit Halseisen und Ketten: der Pranger.

Beim Ratsbrunnen vor dem Rathaus am Westende des Marktes handelte es sich ebenfalls um einen Bruchsteinröhrenbrunnen, der jedoch sehr viel größer war als der Marktbrunnen. Die Steinröhre mit einem Durchmesser von 3,50 Meter endete gut zwei Meter unter der Oberfläche. Ein gewölbter Unterbau mit Treppe führte hinab, so dass man zum Schöpfen des Wassers direkt an dessen Oberfläche gelangen konnte.

Seit der Einweihung des neugestalteten Marktplatzes 1986 ist der alte Ratsbrunnen mit einer Platte abgedeckt. An seiner Stelle wurde etwas weiter südlich, auf dem Platz des Westfälischen Friedens, vom Osnabrücker Bildhauer Hans Gerd Ruwe der neue Bürgerbrunnen geschaffen, der in Bronze gegossen die mittelalterliche Geschichte der Stadt erzählt.

Kanalsystem

Trockenlegung der Poggenbachaue und Anlage des mittelalterlichen Kanalsystems

Kanal unter dem Rathaus
Kanal unter dem Rathaus
Kanal Krahnstraße 49
Kanal Krahnstraße 49
Reste der Konstruktion zur Trockenlegung der bis zu sechzig Meter breiten Aue des Poggenbachs fand man bei den Ausgrabungen in Form von Steinaufschüttungen mit Reisigunterbau und einer Auflage aus Holzbohlen an mehreren Stellen der Marktstraße.

Von großer Bedeutung zur Baulandgewinnung auf dem ehemals sumpfigen Areal war außerdem die Anlage eines umfassenden Entwässerungssystems. Ein Hauptkanal und ein Marktgraben leiteten noch bis in die Neuzeit hinein die Abwässer der Altstadt in die Hase. Erst nach der Cholera-Epidemie von 1859 wurde ein neues Kanalsystem eingerichtet.

Die Planung und Ausführung der Kanäle war eine Leistung, die zu Beginn des 13. Jahrhunderts erst wenige Städte in Deutschland erbracht hatten.

Der Marktgraben leitete das Wasser im Bereich des nördlichen Bachabschnitts zur Hase, der
Hauptkanal führte im Verlauf von Haken-, Krahn-, Bier- und Lohstraße und der Westseite der oberen Hasestraße dorthin. Er war aus Stein gemauert und mit Bohlen abgedeckt, damit Häuser über ihm errichtet werden konnten. Später wurden die Kanäle teilweise überwölbt.
Reste des alten Hauptkanals finden sich noch heute in einem Teil des Rathauskellers, der als Lagerraum eines Restaurants genutzt wird. Die Seitenwände des Kanals entstanden an dieser Stelle um 1200, seine Überwölbung etwa 300 Jahre später.

Bei der Renovierung des Fachwerkhauses Krahnstraße 49 bot sich die Möglichkeit, einen Längsschnitt durch die Kulturschichten unter dem Gebäude anzulegen. Deutlich sichtbar war hier das starke Gefälle zur Krahnstraße, d. h. zur ehemaligen Niederung des Poggenbachs hin.
Reste des nach Verfüllung der Flussaue angelegten Steinkanals traten ebenfalls zutage.

Zurück   Seitenanfang