Das Rathaus in Osnabrück.

276 Frauen und zwei Männer hingerichtet

Vorbereitung zum Hexensabbat 1510
Hexensabbat
Vorbereitung zum Hexensabbat 1510
Folter durch Aufziehen und Brennen 1511
Folter um 1511
Folter durch Aufziehen und Brennen 1511
Teufelsbuhlschaft 1489
Teufelsbuhlschaft
Bocksturm
Bocksturm  
Auch in Osnabrück wurden im 16. und 17. Jahrhundert Menschen als angebliche Hexen überführt und hingerichtet. Hexenprozesse sind als Krisenindikatoren zu bewerten. In Krisenzeiten, bedingt durch Kriege, wirtschaftlichen Niedergang und Hungersnöte, die Ungewissheit und Unsicherheit hervorriefen, mussten Schuldige für das Elend gefunden werden.

Zwei extreme Phasen der Hexenverfolgung gab es in den 1580er und 1630er Jahren. 80 Prozent der Beschuldigten waren Frauen. In der Stadt Osnabrück wurden im 16. und 17. Jahrhundert 276 Frauen und zwei Männer wegen Hexerei hingerichtet.

In den meisten Fällen - und so auch während der großen Hexenverfolgungen 1636 und 1639 in Osnabrück - wurden Verurteilungen nach der so genannten Hexenlehre vorgenommen. Diese bestand aus dem Teufelspakt, der Teufelsbuhlschaft, dem Schadenzauber und Teufelstanz sowie dem Hexensabbat.

Die Hexenprozesse in Osnabrück sind allerdings nicht nur als allgemeine Krisensignale zu bewerten, sondern nachweislich auch mit konfessionellen und politischen Zielen verbunden. Einerseits wollte die Stadt durch die eigenmächtig abgehaltenen Prozesse ihre Selbständigkeit gegenüber der schwedischen Besatzungsmacht demonstrieren, andererseits waren die Hexenprozesse 1636 und 1639 eng mit der Person des damaligen Bürgermeisters von Osnabrück, Wilhelm Pelzer, verknüpft.

1639 äußerten zwei Geistliche der Marienkirche ihren Unmut über die Hexenprozesse und die dazugehörige Wasserprobe: Ging die Beschuldigte unter, war sie unschuldig, aber ertrunken; ging sie nicht unter, war sie schuldig und wurde hingerichtet. Glücklicherweise kam durch die Wasserprobe in Osnabrück kein Mensch ums Leben. Dr. Pelzer und der Rat der Stadt Osnabrück ließen daraufhin die Marienkirche schließen. Aber der Widerstand gegen die Hexenverfolgungen wuchs.

Gustav Gustavson ließ schließlich die Prozesse verbieten. Bürgermeister Pelzer wurde erst 1651 verhaftet und wegen der Hexenprozesse angeklagt. Er starb nach 18 Jahren geistig verwirrt im Gefängnis zu Osnabrück.

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