Der Bau einer Straßenverbindung westlich des Westerberges zur Entlastung der westlichen Stadtteile vom Autoverkehr wird in Osnabrück seit langem diskutiert. In der derzeit verfolgten verkehrlichen Gesamtkonzeption ist die jetzt als "Entlastungsstraße West" bezeichnete Straße in erster Linie eine Entlastungsstraße für die Wohngebiete im Stadtteil Westerberg. Sie kann als tangentiale Verbindung Verkehre zwischen den Stadtteilen und auch die erheblichen Ziel- und Quellverkehre des Stadtteils Westerberg aufnehmen. Die Konversion der ehemals militärisch genutzten Flächen wird die Ziel- und Quellverkehre weiter erhöhen.
Im Rahmen der Erstellung des Masterplan Mobilität (Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes) sind nun die verkehrlichen Auswirkungen einer Entlastungsstraße West mit Hilfe eines digitalen Verkehrsmodells für den Zeitraum bis zum Jahr 2025 untersucht worden. Ergebnis ist, dass die verkehrliche Bedeutung der Entlastungsstraße West sich aus der Verkehrserzeugung des Stadtteils Westerberg und den Tangentialbeziehungen im westlichen Stadtbereich ergibt. Die verkehrliche Bedeutung resultiert nicht aus gesamtstädtischen Durchgangsverkehren oder gar überörtlichen Durchgangsverkehren.
Es wird eine ebenerdige Straße mit insgesamt zwei Fahrspuren favorisiert, die nicht den Charakter einer Umgehungsstraße hat, sondern dem einer Stadtstraße entspricht. Die Entlastungsstraße West soll durch mehrere Knotenpunkte an relevanten Stellen mit dem Straßennetz des Stadtteils verknüpft werden. Diese Anbindungen sind eine wichtige Voraussetzung für die Entlastungswirkung im Stadtteil Westerberg. Die größte Entlastung würden die Straßenzüge Mozartstraße/ Lieneschweg/ Händelstraße/ Gluckstraße und Am Natruper Holz erfahren. Bei diesen Straßenzügen ist vorgesehen, die Durchfahrmöglichkeiten für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr zu unterbrechen. Entlastungen werden auch für die Albrechtstraße / Caprivistraße, Lotter Straße, Natruper Straße und die nordwestlichen Wall-Straßen prognostiziert.
Die Trassenführung weicht im südlichen Abschnitt vom geltenden Flächennutzungsplan (FNP) ab. Hier ist die Führung über die bestehende Straße Am Finkenhügel geplant, wodurch dort der Abstand zur Wohnbebauung im Vergleich zum rechtsverbindlichen Bebauungsplan Nr. 213 Finkenhügel deutlich vergrößert werden kann.
Am 13. Dezember 2011 hat der Rat der Stadt einstimmig beschlossen, eine Bürgerbefragung zur Frage von Planung und Bau der Entlastungsstraße West vorzubereiten. Die für eine fundierte Entscheidung erforderlichen Vorplanungen wie Trassenverlauf, Ermittlung der Lärmschutzmaßnahmen, Umweltfachliche Untersuchungen etc. sind inzwischen erfolgt. Zurzeit werden die Ergebnisse in den Bürgerforen vorgestellt.
Es ist vorgesehen, die Bürgerbefragung am Tag der Europawahl am 8. Juni 2014 durchzuführen.






