Das Rathaus in Osnabrück.


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Charles Darwin

Charles Darwin hat unser heutiges Denken grundlegend durch seine revolutionären Entdeckungen zur Entstehung der Arten geprägt. Doch wie ist diese Theorie entstanden? Kaum einer weiß, dass Darwin einen Abschluss in Theologie hatte und gläubiger Christ war, als er sie entwickelte. Was bedeutete es, im 19. Jahrhundert Naturforscher zu sein, zu einer Zeit, in der das Weltbild Europas christlich geprägt war und die Schöpfungsgeschichte die Entstehung aller Arten erklärte? Aus welchen Verhältnissen stammte dieser Mann und was trieb ihn dazu, eben jene Theorie aufzustellen?

Die Evolution des Evolutionsgedanken

PlatonIdeen zu Ähnlichkeiten und Verwandtschaften zwischen verschiedenen Lebewesen gab es bereits lange bevor Darwin seine Theorien entwickelte, etwa im antiken Griechenland. Auch Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit entwickelten sich Thesen zur Entstehung der Welt, vor Allem auch im Bereich der Geologie.Larmarck
Darwins bahnbrechende Ideen und Studien zum Thema "Evolution" boten jedoch erstmals eine umfassende, wissenschaftliche Theorie zur Entstehung aller Organismen. Diese wurde später um neue Erkenntnisse aus der Biochemie und Genetik  zur  "Synthetischen Evolutionstheorie" erweitert.

Evolution und Technik

Das Prinzip der natürlichen Auslese (Selektion) lässt sich nicht nur in der Natur, sondern ebenso in der Technik beobachten. Von Menschen konstruierte und gebaute Alltagsgegenstände verändern sich mit der Zeit und passen sich neuen Anforderungen und veränderten Gegebenheiten an.

KorkenzieherNachdem sich im 16. Jahrhundert die Verkorkung von Weinflaschen durchsetzte, entstanden im Laufe der Zeit die unterschiedlichsten "Entkorkungswerkzeuge". Nicht nur Funktionalität, sondern auch Schönheit, persönliche Neigungen und regionale Vorlieben entschieden, welche Korkenzieher überlebten und welche verschwanden. Der Mensch selektierte also.

Neben der Selektion bei Korkenziehern widmen wir uns der Koevolution, also der gemeinsamen Entwicklung von sich aufeinander beziehenden Merkmalen bei zwei Arten. Dies zeigen wir an einem einfachen Beispiel aus der Technik: Schreibgeräte und die Medien auf denen geschrieben wird und deren gemeinsame Entwicklung durch die Jahrhunderte.

Evolution und Vielfalt

SchwalbenschwanzWas nennt der Biologe eine Art? Wie kommt es zur Ausbildung der unglaublichen Vielfalt von geschätzten 6 Millionen Tierarten und 375 000 Pflanzenarten? Eine Vielzahl unterschiedlichster Umweltbedingungen auf unserem Globus macht dies möglich. Dabei sind nicht nur klimatische Bedingungen und unterschiedliche Böden entscheidend. Auch die Entwicklung von Beziehungen zwischen Tieren und Pflanzen wie Konkurrenz um gemeinsam genutzte Nährstoffe, Räuber-Beute Beziehungen oder ganz enge Beziehungen zweier Organismen (z.B. Symbiosen oder Parasiten und ihr Wirt) sind wichtig. Wie eine solch große Vielfalt zustande kommen kann, zeigen wir in einem kleinen Experiment: Mit nur 6 unterschiedlichen Merkmalen sind 64 verschiedenen Hutkreationen entstanden.

Evolutionsforscher

Evolutionsforscher suchen und finden die Spuren der Evolution in der Vergangenheit. Sie können sie ganz aktuell in der Gegenwart beobachten und in Experimenten nachvollziehen. UrpferdMit Hilfe von Modellen gelingt es ihnen, Voraussagen über den Fortgang der Evolution für die Zukunft zu wagen. Evolutionsbiologen arbeiten dabei mit den gleichen wissenschaftlichen Methoden, wie sie auch Naturwissenschaftler anderer Disziplinen anwenden. Sie greifen auf die neusten Errungenschaften z.B. der Genetik, der Mikrobiologie, der Paläontologie und der Technik zurück, um ihre Fragestellungen zu überprüfen und gegebenenfalls ihre Theorien zu verwerfen.

Selektion und Adaptation

BirkenspannerAlle Lebewesen passen sich den speziellen Umweltbedingungen ihrer Umgebung an. Kommen innerhalb einer Art einige Individuen besser mit den gegebenen Bedingungen zurecht als andere, so können sie in der Regel mehr Nachkommen produzieren. Es kommt also zu einer natürlichen Auslese (Selektion) jener Eigenschaften, deren Ausprägung durch die bestehenden Umweltbedingungen begünstigt wird. Dementsprechend verändern sich Aussehen und Verhalten der Lebewesen im Laufe der Evolution, wobei mit der Zeit die Anpassung an die gegebenen Bedingungen verbessert wird. Diese Veränderung von Merkmalen und auch die entstehende Anpassung nennt man Adaptation. In unserer Ausstellung wollen wir unter Anderem am Beispiel des Birkenspanners die Zusammenhänge von Selektion und Adaptation näher beleuchten.

Evolution des Menschen

MilchAuch der Mensch hat sich erst in einer langen, schrittweisen Evolution zum modernen Menschen entwickelt. Bis zum heutigen Tag wirkt Evolution auf den Menschen ein. Wir wollen dies anhand der ungleichen Milch- und Alkoholverträglichkeit verschiedener Menschengruppen, der Entwicklung des aufrechten Ganges und der Entstehung einer Vielzahl ähnlich klingender Sprachen zeigen. Alle drei Beispiele veranschaulichen, wie Evolution rekonstruiert wird. Hierbei werden die Gemeinsamkeiten und Zusammenhänge der kulturellen und biologischen Evolution des Menschen deutlich.

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