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Topografien des Terrors 

Vortragsprogramm 2012

Das Kulturgeschichtliche Museum möchte mit seiner Vortragsreihe "Topografien des Terrors – Nationalsozialismus vor Ort" zur Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit anregen. Veranstaltungsort ist mit der Villa Schlikker die einstige Osnabrücker NSDAP-Zentrale. Als Museum für die Osnabrücker Geschichte des 20. Jahrhunderts ist die Villa heute zentrales Forum einer kontinuierlichen Erinnerungsarbeit zur NS-Geschichte. Im Jahr 2012 geht es um aktuelle Formen des Erinnerns und Gedenkens an die Geschichte des Nationalsozialismus in und um Osnabrück.

OFLAG VI C Osnabrück-Eversheide – Ein historischer Ort in der Diskussion

Donnerstag, 1. März 2012, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Peter Niebaum (Osnabrück) und Helmut Schmitz (Bissendorf)

In den vergangenen Jahren sind bislang unbekannte Informationen über das Kriegsgefangenenlager für serbische Offiziere in Osnabrück aufgetaucht. Sie belegen, dass die dort Inhaftierten jüdischen Glaubens noch ein halbwegs geregeltes religiöses rituelles Leben führen konnten, während längst die Deportationszüge in die Vernichtungslager rollten. Wie war das möglich? Und welche Auswirkungen hat das auf die aktuelle Situation der noch erhaltenen historischen Baracken des Lagers? Sind diese erhaltenswert und wenn ja, in welcher Form? Als Gedenkstätte? Als historischer Lernort? Diesen Fragen sowie der Geschichte des Lagers gehen die beiden Referenten in der Veranstaltung nach.

''Fremde Zeit – Unsere Zeit'' – Historische Fakten im Literaturformat

Donnerstag, 31. Mai 2012, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Dr. Volker Issmer (Osnabrück)

Der Historiker Volker Issmer beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit der regionalen NS-Geschichte. Mit seiner neuesten Publikation versucht er eine andere Form der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus. Wie erinnert man angemessen an die Ereignisse der NS-Zeit? Wo ist historische Forschung gefragt? Wann sind literarische Formen der Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte hilfreich(er)? Der einführenden Lesung schließt sich eine Diskussion über diese und ähnliche Fragen an.

''48 war noch alles in Trümmern!'' Osnabrück in den Nachkriegsjahren

Donnerstag, 5. Juli 2012, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Dr. Thorsten Heese (Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück)

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Osnabrück eine Ruinenlandschaft. Die Innenstadt war zu 85 Prozent zerstört. Von 12.000 Gebäuden im Jahre 1939 standen nur noch 4.800. Auch die nationalsozialistische Gesellschaft war zusammengebrochen und aufgrund ihrer Greuel delegitimiert. Wie verhielt sich die Osnabrücker Bevölkerung in dieser Situation? Der Vortrag versucht sich an einem Stimmungsbild der Jahre 1945 bis 1960. Grundlage dafür bilden neben zeitgenössischen Fotos "kollektive Erinnerungsfelder", die im Rahmen des Osnabrücker „Forums Zeitgeschichte“ gemeinsam mit ZeitzeugInnen erarbeitet wurden.

Die Lager der ''Moorsoldaten'' – NS-Geschichte und Gedenken im Emsland

Donnerstag, 6. September 2012, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Dr. Sebastian Weitkamp (Gedenkstätte Esterwegen)

Ende 2011 wurde die neu konzipierte Gedenkstätte Esterwegen eröffnet. Sie erinnert an die Emslandlager, die insbesondere in der Frühphase des Nationalsozialismus eine zentrale Rolle bei der Ausschaltung der politischen Opposition spielten. Zu den prominentesten Insassen gehörte Carl von Ossietzky. Zwischen 1933 und 1945 waren in den 15 Konzentrations-, Straf- und Kriegsgefangenenlagern etwa 200.000 Menschen inhaftiert. Von ihnen kamen ca. 25.000 ums Leben. Neben den unterschiedlichen Bezügen dieses Lagersystems zur Stadt Osnabrück wird das aktuelle Konzept der Gedenkstätte Esterwegen präsentiert.

Gestapokeller und Augustaschacht – Von der bürgerschaftlichen Initiative zur Gedenkstätte

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Dr. Michael Gander (Gedenkstätte Augustaschacht)

Zu den zentralen Orten, die an die NS-Verbrechen in Osnabrück erinnern, gehören die Gedenkstätten Augustaschacht und Gestapokeller. Neben ihrer Geschichte im Nationalsozialismus wird aufgezeigt, wie aus diesen historischen Orten von Polizeiherrschaft und Zwangsarbeit dank bürgerschaftlicher Initiative seit Ende der 1990er Jahre Gedenkstätten wurden. Der Referent geht zudem auf die aktuellen Konzepte der dort praktizierten Gedenkstättenarbeit ein.

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