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Villa Schlikker 

Topografien des Terrors – Nationalsozialismus vor Ort

Vortragsprogramm 2014

17.04.2014. Das Kulturgeschichtliche Museum möchte mit seiner Vortragsreihe "Topografien des Terrors – Nationalsozialismus vor Ort" zur Auseinandersetzung mit der NS-Ideologie und ihrer Zeit anregen. Veranstaltungsort ist mit der Villa Schlikker die einstige Osnabrücker NSDAP-Zentrale. Als Museum für die Osnabrücker Geschichte des 20. Jahrhunderts ist die Villa heute zentrales Forum einer kontinuierlichen Erinnerungsarbeit zur NS-Geschichte.

Mittwoch, 23. April 2014, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
1904 / 1944 – Felix-Nussbaum-Haus und Villa Schlikker
Dr. Thorsten Heese, Felix-Nussbaum-Haus / Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Vor 110 Jahren wurde der Osnabrücker Maler Felix Nussbaum geboren, vor 70 Jahren wurde er in Auschwitz ermordet. Sein "gemalter Holocaust" legt Zeugnis ab vom größten Verbrechen der europäischen Geschichte. Daniel Libeskind, Architekt des Felix-Nussbaum-Hauses, hat sofort begriffen, dass ihm die Osnabrücker Topografie am Kulturgeschichtlichen Museum eine außergewöhnliche Chance bot. Sein aus Beton geformter "Gang" weist auf Osnabrücks ehemalige NSDAP-Zentrale: die Villa Schlikker. Dieser architektonische Bezug wird in der aktiven Museumsarbeit zur NS-Geschichte vor Ort inhaltlich fortgeführt. In dieser Verbindung – "Felix Nussbaum" versus "Villa Schlikker" – ist dies einmalig in Deutschland.

Donnerstag, 8. Mai 2014, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Neonazismus
Dieter Beck, Osnabrück
Trotz der bekannten Folgen des "Dritten Reiches" und seiner Ideologie lassen sich noch heute Menschen vom Nationalsozialismus faszinieren. Der Vortrag informiert über Hintergründe und aktuelle Ausformungen der Neonazi-Szene. Das aussichtsreiche Bündnis europaweit auf dem Vormarsch befindlicher rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Parteien für die Wahl des Europaparlaments am 25. Mai 2014 rückt den historischen wie aktuellen NS mitten ins beunruhigende ‚braune‘ Tagesgeschehen.

Donnerstag, 10. Juli 2014, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Die Osnabrücker Presse im Nationalsozialismus
Dr. Ute Müller-Detert, Heidelberg
In der Weimarer Zeit gab es in Osnabrück allein fünf Tageszeitungen, darunter die sozialdemokratische "Freie Presse", die katholisch geprägte "Osnabrücker Volkszeitung" und das vor allem auf die Handels- und Geschäftswelt ausgerichtete "Osnabrücker Tageblatt". Nach der NS-Machtübernahme wurde diese vielfältige Zeitungslandschaft durch Verbote, inhaltliche Lenkung und ökonomischen Zugriff so weit deformiert, dass am Ende nur ein nationalsozialistisches "Massenblatt" übrig blieb. In ihrem Vortrag zeichnet die Referentin anhand verschiedener Zeitungstitel nach, welche Maßnahmen der Gleichschaltung und Pressekonzentration zur fast vollständigen Zerstörung des Osnabrücker Pressewesens führten.

Donnerstag, 18. September 2014, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
"... für euren Glauben Zeugnis abzulegen in der Welt." Die katholische Kirche Osnabrücks in der NS-Zeit
Dr. Hermann Queckenstedt, Diözesanmuseum Osnabrück
In der NS-Zeit bewegten sich die Katholiken Osnabrücks zumeist zwischen Anpassung und Ablehnung. Dies gilt für den bis heute die öffentliche Meinung polarisierenden Bischof Wilhelm Berning wie die örtlichen Kirchengemeinden. Im Zentrum ihrer Anstrengungen stand die Absicherung kirchlichen Lebens und christlichen Glaubens, die von der Katholischen Aktion geprägt war. Zugleich wurden Zwangsarbeiterinnen in kirchlichen Einrichtungen wie dem Marienhospital eingesetzt. Der Referent spürt Verhaltensmustern der Katholiken Osnabrücks und ihrer Kirche zwischen 1933 und 1945 nach und stellt diese zur Diskussion.

Donnerstag, 13. November 2014, 19.30 Uhr, Villa Schlikker
Günstige Geschäfte. Interessen am Osnabrücker Synagogen-Grundstück – 
Gestapo, Oberbürgermeister und Regierungspräsident
Dr. Michael Gander, Gedenkstätte Augustaschacht
An der nationalsozialistischen Entrechtung und Verfolgung der Juden in Deutschland bereicherte sich auch die öffentliche Hand in Osnabrück. Der Vortrag widmet sich den Hintergründen des Abrisses der Osnabrücker Synagoge nach der Pogromnacht im November 1938 durch den damaligen Oberbürgermeister und der Aneignung des Synagogengrundstückes mitsamt dem Schulgebäude durch den Osnabrücker Regierungspräsidenten mit Hilfe der Stadtsparkasse Osnabrück. Ebenso wird gezeigt, wie der Regierungspräsident sich schließlich in der Bundesrepublik der Rückgabe des Grundstücks nicht zuletzt mit rechtlichen Einwänden widersetzte.

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