Zeitzeugen-Arbeitskreis in der Villa Schlikker
Im Arbeitskreis "Zeitgeschichte" des Kulturgeschichtlichen Museums treffen sich in der Villa Schlikker Menschen, die die Zeit des Nationalsozialismus, den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit miterlebt haben. Zeitzeugen und Interessierte sind dazu herzlich eingeladen. Treffpunkt ist jeweils einmal monatlich mittwochs um 10.30 Uhr in der Villa Schlikker, direkt neben dem Hauptgebäude des Kulturgeschichtlichen Museums. Der Eintritt ist frei.
Auch Schulklassen, die Interesse an bestimmten Themen haben, sind herzlich willkommen. Aus organisatorischen Gründen wird darum gebeten, sich frühzeitig mit dem Kulturgeschichtlichen Museum unter Telefon 0541 323-2207 in Verbindung zu setzen.
Programm
In der Gegenwart wird „Zivilcourage“ als wichtiges Mittel groß geschrieben, um ein friedliches gesellschaftliches Miteinander zu erzielen - auch als Lehre aus den Verfehlungen der durch die NS-Ideologie geprägten Gesellschaft bis 1945. „Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg?“ ist der Titel der Veranstaltung am Mittwoch, 15. Mai, um 10.30 Uhr.
„… mindestens vier Kinder in jeder Familie …“ heißt es am Mittwoch, 19. Juni, 10.30 Uhr. Die NS-Bevölkerungspolitik förderte große Familien mit vielen Kindern. Dabei stand weniger der einzelne Mensch im Vordergrund. Er war nur ein „Glied in der Kette“ einer größeren „Volksgemeinschaft“, die über das Individuum gestellt wurde. Hinter der nach außen familienfreundlichen Politik verbarg sich der realpolitische Hintergrund, dass für den bereits geplanten Krieg ausreichendes „Menschenmaterial“ benötigt wurde. Auf Grundlage eigener Erinnerungen wird über die Auswirkungen dieser Politik gesprochen.
Nach der Sommerpause geht es am Mittwoch, 18. September, um 10.30 Uhr, sowie am Mittwoch, 23. Oktober, 10.30 Uhr, mit Wolfgang Borcherts’ Drama „Draußen vor der Tür“ weiter, das gemeinsam gelesen und diskutiert wird. Wolfgang Borcherts (1921–1947) Drama „Draußen vor der Tür“ gehört zu den bekanntesten Stücken der deutschen „Trümmerliteratur“. Der jung verstorbene Schriftsteller schrieb das Stück 1946/47 in nur acht Tagen. Es thematisiert die Zerstörungen und Grausamkeiten des Krieges zu einem Zeitpunkt, als die kritische Auseinandersetzung mit dem Erlebten noch kaum möglich war. Daher wählte Borchert bewusst seinen programmatischen Untertitel: „Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“.
Solidarität hatte im Zweiten Weltkrieg und in der Nachkriegszeit sehr unterschiedliche Gesichter. Anhand verschiedener Beispiele wird in der Veranstaltung „Zwischen Winterhilfswerk und CARE-Paket“ am Mittwoch, 13. November, 10.30 Uhr, diskutiert, welche Hilfe wem zugute kam und welche Ziele mit der Unterstützung jeweils verfolgt wurden.
Unter dem Titel „Halma“ – „Stukas greifen an!“ – „Mensch ärgere dich nicht!“ geht es am Mittwoch, 11. Dezember, 10.30 Uhr, um Gesellschaftsspiele im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit. In einer Zeit, als der Fernseher noch eine Rarität war, sorgten Gesellschaftsspiele für gemeinsame Unterhaltung am Abend in der Familie, beim Stammtisch mit Skat oder auf dem Pausenhof in der Schule. Neben reiner Unterhaltung boten Spiele auch die Möglichkeit für ideologische Vereinnahmungen. Neben der Diskussion über Sinn und Unterhaltung der Spiele, die noch erinnert werden, sollen auch einige Spiele ausprobiert werden. Wer noch ältere Spiele zuhause hat, ist eingeladen diese mitzubringen und zu vorzustellen.
Villa Schlikker
Heger-Tor-Wall 27/28
49078 Osnabrück
Ansprechpartner:
Dr. Thorsten Heese
Telefon: 0541 323-4435
(nur montags und mittwochs)