"Stadtgespräche" im Kulturgeschichtlichen Museum
Bereits im sechsten Jahr veranstaltet das Kulturgeschichtliche Museum der Stadt Osnabrück nun mit großem Erfolg seine "Stadtgespräche". Die Themen der Veranstaltungsreihe streifen die Geschichte der Stadt und Region in den vergangenen zwei Jahrhunderten.
In Zusammenarbeit mit dem Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V. sowie dem Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück e.V.
Mittwoch, 13. Oktober 2010, 16.30 Uhr, Villa Schlikker
"Der rauschende Walzer wird hier langsam getanzt" – Osnabrück um 1800
Lesung mit Bruder Nikolaus
An der Wende zum 19. Jahrhundert bereiste der Jurist Karl Justus Gruner (1777-1820) Westfalen. Gruner machte dabei auch in seiner Geburtsstadt Osnabrück Station. Seine Eindrücke hielt er detailliert in seiner Reisebeschreibung "Meine Wallfahrt zur Ruhe und Hoffnung" fest. Er hinterließ der Nachwelt damit nicht nur eine aufschlussreiche historische Quelle, sondern zugleich ein interessantes literarisches Werk. Die Lesung erlaubt Einblicke in den "sittlichen und bürgerlichen Zustand[…] Westphalens am Ende des achtzehnten Jahrhunderts".
In Zusammenarbeit mit dem Abendgymnasium Sophie Scholl Osnabrück
Donnerstag, 18. November 2010, 19.30 Uhr, Universitätsbibliothek (Zimeliensaal)
"… so ein Militär- und Beamtenklub, wo keiner dem andern traut" - Johann Carl Bertram Stüve und die Welt der Osnabrücker Vereine
Thorsten Heese
War Osnabrücks bekannter Bürgermeister Johann Carl Bertram Stüve (1798–1872) ein Vereinsmensch? Seinem eigenen Urteil nach war er dazu eigentlich viel zu ungesellig. Dennoch verstand er es in außergewöhnlicher Weise, die Institution "Verein" als Medium für seine gesellschaftspolitischen Vorstellungen zu nutzen. Stüve als ‚Vereinspolitiker par excellence‘ zu bezeichnen, ist daher nicht übertrieben. Wer über Osnabrücker Vereine im 19. Jahrhundert spricht, kommt an Stüve nicht vorbei. Und wer über Stüve als Vereinspolitiker spricht, kann kaum einen Themenfeld des damaligen Vereinswesens auslassen.
In Zusammenarbeit mit dem Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück
Eintritt frei!
Mittwoch, 8. Dezember 2010, 16.30 Uhr, Villa Schlikker
Jugendstil in Osnabrück
Dieter Ostendorf
Auch wenn Osnabrück nicht zu den Zentren des Jugendstils gehört, so hat doch auch diese Zeit ihre Spuren in Osnabrück hinterlassen. Der Referent stellt die interessantesten Hinterlassenschaften dieses Stils in der Architektur der Stadt vor und zeigt die stilistischen Einflüsse, die darin sichtbar werden.
Mittwoch, 9. Februar 2011, 16.30 Uhr, Villa Schlikker
"Lustige Bilder und Verse" – Kriegspropaganda im Kinderzimmer
Dietrich Dähn
1915, mitten im Ersten Weltkrieg, publizierte Karl Ewald Olszewski im Münchner Holbein-Verlag seinen "Kriegs-Struwwelpeter". Die Popularität des Kinderbuches "Der Struwwelpeter", das der Arzt Heinrich Hoffmann 1845 veröffentlicht hatte, nutzte Olszewski dazu, die deutschen Feindbilder der Kriegszeit zu reproduzieren, um Kinder für die Kriegsziele zu begeistern.
Mittwoch, 9. März 2011, 16.30 Uhr, Villa Schlikker
Ein Denkmal für die Republik – Gedenken an Ebert, Erzberger und Rathenau
Peter Grupp im Gespräch mit Thorsten Heese
Im Juli 1928 errichtet die Ortsgruppe des republikfreundlichen "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold", in der überparteilich ehemalige Frontsoldaten zum Schutz der Republik vereinigt sind, am Herrenteichswall eines der wenigen deutschen politischen Denkmäler im "Internationalen Stil". Es erinnert an drei politische Vertreter der Weimarer Republik: an den Sozialdemokraten Friedrich Ebert als ihren verstorbenen ersten Präsidenten sowie an Rathenau und Erzberger, die rechtskonservativen Attentaten zum Opfer gefallen sind. Ergänzend zur kunsthistorischen Perspektive (siehe das Werkgespräch mit Inge Jaehner am 2. März 2011) stellen die Referenten im Dialog die Geschichte des Denkmals vor dem Hintergrund der Weimarer Republik vor.

Autobahnkreuz Lotte
Mittwoch, 13. April 2011, 16.30 Uhr, Villa Schlikker
"Hansalinie" – Osnabrücks Anschluss an das Zeitalter der Automobilität
Frank Henrichvark
Mit der Fertigstellung der Autobahn A 1 am 14. November 1968 erhielt Osnabrück den Anschluss an das bundesdeutsche Autobahnnetz. Die Individualisierung des Verkehrs und die neu gewonnene Mobilität veränderten das Leben der Menschen nachhaltig – auch in Osnabrück.
Mittwoch, 27. April 2011, 16.30 Uhr, Villa Schlikker
Der "1. Mai" in Osnabrück – eine wechselvolle Geschichte
Heiko Schulze
1889 wurde der "1. Mai" auf dem Gründungskongress der Zweiten Internationale als "Kampftag der Arbeit" begründet. Am 1. Mai 1890 wurde er erstmalig mit Massendemonstrationen für die Ziele der Arbeiterschaft begangen. Seitdem gehörte der Tag zum "proletarischen Festkalender". Im Nationalsozialismus wurde diese Tradition durch die Verfolgung der Arbeiterparteien und -organisationen unterbrochen. Nach der Zerschlagung der freien Gewerkschaften schufen die nationalsozialistischen Machthaber als vermeintlichen Ersatz für Arbeitnehmerorganisationen die "Deutsche Arbeitsfront" (DAF). Sie umfasste die Arbeitnehmer wie Arbeitgeber gemeinsam und unterstellte sie der NSDAP. Der "1. Mai" wurde durch das neue Regime als "Tag der nationalen Arbeit" vereinnahmt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnte die Arbeiterbewegung wieder an die alte Tradition anknüpfen.
Jede Einzelveranstaltung kostet 2 Euro (alle sieben Termine 10 Euro). Mitglieder Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V. können kostenfrei teilnehmen.
Weitere Informationen:
Kulturgeschichtliches Museum und Felix-Nussbaum-Haus
Lotter Straße 2
49078 Osnabrück
Telefon: 0541 323-2207
Fax: 0541 323-2739
museum
osnabrueck.de