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Medaillen der Friedenstifter 

Medaillen der Friedensstifter von 1648

Übergabe von 16 Medaillen als Dauerleihgabe an das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück

Medaillen der Friedensstifter von 1648, Rosenhane, Vorderseite
Medaille von Schering Rosenhane, Schwedischer Resident in Münster
Medaillen der Friedensstifter von 1648, Rosenhane, Rückseite
"Die Geduld wird schließlich doch siegen - Tandem patientia victrix": Dieser Wahlspruch ziert eine der  Medaillen mit Bildern der Friedensstifter von 1648, die der Landschaftsverband Osnabrücker Land e. V. (LVO) am 9. Dezember 2003 dem Museum als Dauerleihgabe übergeben hat.

Eine weitere Umschrift bezieht sich direkt auf die friedensstiftende Tätigkeit der Gesandten: "Nichts Unrechtes darf getan oder Schändliches zugelassen werden, um in den Genuss des Friedens zu kommen (Nihil faciendum iniuste, aut patiendum turpiter ut pace erui valeamus)." Ob der Schöpfer des Spruches, der schwedische Gesandte Schering Rosenhane, auch praktisch nach seiner Aussage handelte, muss dahingestellt bleiben.

Alle 16 Medaillen der Gesandten zeigen auf der Vorderseite jeweils ihr Profilbildnis, die lateinischen Umschriften auf den Rückseiten geben Wahlsprüche der "Pacificatores" wieder, mit denen sie bereits in Stichfolgen des 17. Jahrhunderts dargestellt wurden. Die Texte sind der Bibel oder der antiken Literatur entnommen, oder sie wurden im Sinne gelehrter Motti eigens von der jeweiligen Person geprägt. Inhaltlich geben sie sowohl Friedensbekenntnisse als auch allgemeine ethische Grundwerte wieder, zu denen man sich in den Zeiten des Späthumanismus gern bekannte.

Doch wer meint, dass diese Medaillen aus der Zeit des Friedensschlusses von 1648 selbst  stammen, irrt: Sie wurden vielmehr erst viel später in Auftrag gegeben und gehören vermutlich zu jenen zahlreichen Gedenkobjekten, die anlässlich des 100jährigen Friedensjubiläums im Jahr 1748 hergestellt wurden. Der bedeutende Nürnberger Medailleur Andreas Vestner fertigte sie im Zinngussverfahren; in wessen Auftrag er arbeitete, ist nicht bekannt. Doch war es vielen protestantischen und gemischt-konfessionellen Städten im Alten Reich, die zu den Gewinnern des Westfälischen Friedens gehörten, ein Bedürfnis, feierlich an dessen 100. Wiederkehr zu erinnern. In Festgedichten, juristischen Editionen und eben auch Medaillen schlägt sich dies nieder. Auch der Osnabrücker Rat veranlasste 1748 Feierlichkeiten zu Ehren des zum Reichsgesetz gewordenen Friedensinstruments. Möglicherweise gehörte die Hansestadt auch zu jenen Kommunen, die - sei es aus Geldmangel oder anderen Gründen - Medaillen im Zinngusverfahren in Auftrag gaben, die optisch zwar mit Silberprägungen konkurrieren konnten, im Materialwert aber weit darunter blieben.Mindestens sechs der dargestellten Pacificatores, darunter der Kurbrandenburgische Prinzipalgesandte Johann Graf von Sayn-Wittgenstein, der schwedische Prinzipalgesandte Adler Salvius und der französische Resident Henri Groulart, residierten in den 1640er Jahren in Osnabrück.

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