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Geschichte 

Neoklassizistische Villa mit abwechslungsreicher Geschichte

Am Heger-Tor-Wall, linker Hand vom Hauptgebäude, steht die 1900 erbaute Villa Schlikker.

Interessant ist ein Blick in die Geschichte des Hauses: Edo Floris Schlikker, Sohn eines der bedeutendsten Textilfabrikanten in Schüttorf in der Grafschaft Bentheim, baute 1900 sein Wohnhaus in Osnabrück am damaligen Kanzlerwall. Architektonisch zeigt die Villa neoklassizistische Stilelemente, die jedoch im Innenraum Gestaltungsformen des Jugendstils annehmen. Der Bauherr war es auch, der während seiner Tätigkeit als Bankier in London den Nutzen von Dampfmaschinen für Textilbetriebe erkannt hatte und dafür sorgte, dass in Schüttorf 1865/66 die erste Dampfmaschine mit mechanischen Webstühlen errichtet wurde. Dank dieser Investition wurde die Firma "Schlikker und Söhne" die größte Textilfirma des damaligen Kammerbezirkes Osnabrück.

Nachdem Schüttorf kurz vor der Jahrhundertwende seine "Stadtsteuer" erhöht hatte, sahen sich mehrere der dort ansässigen Fabrikanten veranlasst, in die steuergünstigere Nachbarschaft überzusiedeln. So kam es, dass Edo Floris Schlikker in Osnabrück baute.

Nach seinem Tod ging die Villa in den Besitz seines Sohnes Dr. Gerhard Schlikker über. Dieser stellte sie in den Jahren 1930/31 aus bisher ungeklärten Gründen - offenbar unfreiwillig - der NSDAP zur Verfügung. Von 1933 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges - am 4. April 1945 wurde Osnabrück von britischen Truppen besetzt - war die Villa Schlikker die Verwaltungszentrale der Nationalsozialistischen Partei in Osnabrück. Die britische Besatzung nutzte die Villa nach dem Zweiten Weltkrieg als Stadtkommandatur, erst 1959 wurde sie der Stadt Osnabrück übergeben.

Dort wurden ab 1961 die naturkundlichen Sammlungen eingerichtet und ab 1963 eröffnet. 1970 erhielt das Gebäude als Naturwissenschaftliches Museum seine Eigenständigkeit. Nach dem Umzug des heutigen Museums für Natur und Umwelt 1988 auf den Schölerberg wurde die Villa Schlikker restauriert und unter Denkmalschutz gestellt, und die Volkskundliche Abteilung des kulturgeschichtlichen Museums fand hier ihre Präsentationsräume. Seit 2004 beherbergt die Villa Schlikker als "Haus der Erinnerungen" die Alltagskultur des 20. Jahrhunderts

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