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Geschichte 

Kunst und Wissenschaft

Zur Geschichte des Museums

Hauptgebäude im Jahre 1906
Hauptgebäude im Jahre 1906
Altes Plakat
Altes Plakat

Wir schreiben das Jahr 1879: Mehr als 20 Jahre nach den ersten Ideen für ein Osnabrücker Museum gründen einflussreiche Bürger im Friedenssaal des Rathauses den "Museumsverein für den Landdrosteibezirk Osnabrück" mit dem Ziel, "rege Teilnahme für Naturkunde, Geschichte, Kunst und Gewerbe zu erwecken" und die Kulturgüter der Region zu erhalten. Durch den Beitritt des Naturwissenschaftlichen Vereins erhält der Museumsverein 1880 eine naturwissenschaftliche Abteilung. Gleichzeitig wird das "Museumslocal" in der ehemaligen Domdechanei am Domhof erstmals für das Publikum geöffnet. Da die Sammlungsbestände durch Schenkungen und Ankäufe schnell wachsen, wird 1888/1889 am damaligen Kanzlerwall (heute Heger-Tor-Wall) nach den Plänen von Stadtbaumeister Wilhelm Hackländer ein eigenes Museumsgebäude errichtet. Pfingsten 1890 findet die Eröffnung statt.

Im Laufe der Jahre werden die Bestände des Museums durch Überlassung wertvoller Privatkollektionen erheblich erweitert: zum Beispiel die Sammlung ägyptischer Altertümer und Münzen von Schledehaus (1882/1890) oder die Gemäldesammlung des Regierungspräsidenten und Vereinsvorsitzenden Gustav Stüve (1911). Die 1903 gegründete Osnabrücker Ortsgruppe des Dürerbundes organisiert bis Anfang der 1930er Jahre die meisten Kunstausstellungen im Museum.

Während der Zeit der Weimarer Republik erhält die Bildungsinstitution Museum neue Zielgebungen. Auch in Osnabrück wird eine mehrjährige öffentliche Debatte über die Ausrichtung des Museums geführt. 1929 überträgt der Museumsverein seine Sammlungen der Stadt. Geplant ist eine Neukonzeption, die sich stärker auf die heimatliche Region beziehen soll. Gleichzeitig erhält das Städtische Museum mit Dr. Hans Gummel seinen ersten Direktor.

1933 wird das Museum in die Strukturen des Nationalsozialismus eingebunden. Die fortdauernde Umgestaltung wird besonders in den Bereichen "Urgeschichte" und "Volkskunde" im Sinne einer nationalsozialistischen Gesinnungsbildung neu definiert. Kunstwerke, welche die Nationalsozialisten als "nicht geeignet" ansehen, werden aus der Gemäldesammlung entfernt. Als Direktor Gummel 1939 das Museum verlässt und sein Nachfolger Hermann Poppe-Marquard noch vor Kriegsbeginn einberufen wird, übernimmt Phillipp Reinecke als Vorsitzender des Museumsvereins kommissarisch die Leitung des Hauses. Während des Krieges werden die wertvollsten Museumsstücke ausgelagert. Der Museumsbetrieb bleibt unter Einschränkung bis 1944 möglich.

1946 übernimmt Dr. Walter Borchers als neuer Direktor den Wiederaufbau im Museumsgebäude am Heger-Tor-Wall. Die Beseitigung der Kriegsschäden sowie die Neuaufstellung der verbliebenen und neu erworbenen Sammlungsbestände erfolgt schrittweise bis 1956. Aufgrund des zunehmenden Raummangels müssen jedoch schon bald bestimmte Bereiche ausgelagert werden. So werden beispielsweise 1956 die mittelalterlichen Waffen und Rechtsaltertümer im Bucksturm präsentiert. Die naturwissenschaftlichen Sammlungen kommen 1962 in die Villa Schlikker; 1965 gelangt die vorgeschichtliche Abteilung in das Steinwerk (Dielingerstraße 13a).

Mit dem Nachfolger Dr. Borchers beginnt eine neue Ära im kulturgeschichtlichen Museum. Ein Jahr nach Übernahme der Direktion durch Dr. Manfred Meinz wird die Naturhistorische Abteilung als Naturhistorisches Museum eigenständig. Dafür erhält das nun als Kulturgeschichtliches Museum bezeichnete Haus mit dem Akzisehaus ein weiteres Ausstellungsgebäude. Im Dreikronenhaus (Marienstraße 5/6) wird 1979 anlässlich des 100jährigen Jubiläums des Museumsvereins der Bereich Wohnkultur eröffnet. Im Hauptgebäude von 1889 erfolgt 1983 bis 1985 die Neukonzipierung der stadtgeschichtlichen Ausstellung. Zugleich wird der ursprüngliche Zustand der Räume wiederhergestellt. Durch die Eröffnung des "Museums am Schölerberg - Natur und Umwelt" kann die Volkskundesammlung seit 1988 in der Villa Schlikker ausgestellt werden. Ihren Platz im Kellergeschoss des Hauptgebäudes nimmt die stadtarchäologische Abteilung ein.

1996 bis 1998 wird nach den Plänen des Architekten Daniel Libeskind ein mit dem Kulturgeschichtlichen Museum verbundener Museumsneubau errichtet. Er nimmt 1999 die Dauerausstellung mit Gemälden des 1944 in Auschwitz ermordeten jüdischen Osnabrücker Malers Felix Nussbaum auf.

Im Jahre 2000 wird Dr. Thorsten Rodiek, seit 1991 Leiter des Museums, durch Dr. Eva Berger (Kulturgeschichtliches Museum) und Inge Jaehner (Felix-Nussbaum-Haus) abgelöst. Das Jubiläum "125 Jahre Museum Osnabrück" wurde zum Anlass für eine grundlegende Neukonzipierung und zeitgemäße Präsentation der Sammlung genommen.

Literaturtipps:


 
Uebel, Gabriele:
Kunstfreunde, Stifter und Mäzene. Das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück, Osnabrück 2000

Heese, Thorsten:
"... ein eigenes Local für Kunst und Alterthum". Die Institutionalisierung des Sammelns am Beispiel der Osnabrücker Museumsgeschichte. Festschrift zum 125 Jahre Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück/ Museums- und Kunstverein Osnabrück e.V. (Osnabrücker Kulturdenkmäler; 12), Bramsche 2004

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