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Mahnmal Alte Synagoge 

Zum Gedenken an die Opfer der Pogrome

Das Mahnmal
Das Mahnmal "Alte Synagoge" während der Einweihung am 9. November 2004
Das Mahnmal
 
In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der so genannten "Reichspogromnacht", wurde die Osnabrücker Synagoge an der damaligen Rolandstraße von den Nationalsozialisten in Brand gesetzt und geplündert. Heute steht an der Stelle des ehemaligen jüdischen Gotteshauses an der Alte-Synagogen-Straße ein Bürgermahnmal. Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und weitere kulturpolitische Initiativen hatten die Diskussion der Osnabrücker Bürgerschaft um einen würdigen Gedenkort aufgegriffen und der Stadt angetragen.

Das Mahnmal basiert auf einem Entwurf des Staatlichen Baumanagements Osnabrück, der die Möglichkeit eröffnete, die Öffentlichkeit an der Umsetzung zu beteiligen.

Erfreulich war die große Bereitschaft von Osnabrücker Unternehmen, Baumaterialien und verschiedene Sachleistungen bereitzustellen. Die Detailplanungen und maßgeblichen Arbeiten haben jedoch Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende von Osnabrücker Berufsschulen und Betrieben übernommen. Mit diesem Projekt wurde den jungen Menschen durch die Mitarbeit ein aktives Erinnern ermöglicht, fern von trockenem Schulbuchwissen. Den beteiligten Schülerinnen und Schülern ist bewusst geworden, dass die Geschichte des Nationalsozialismus nicht nur Vergangenheit, sondern immer auch Mahnung für die Zukunft sein muss.

Das Mahnmal wurde im Gedenken an die Pogromnacht am 9. November 2004 unter großer Beteiligung der Osnabrücker Bevölkerung eingeweiht.

 

Mahnmal Alte Synagoge

Das Mahnmal liegt frei zugänglich an der Alte-Synagogen-Straße
49078 Osnabrück

Busverbindung:

51, 52, 91, 92, 491, 493 - Universität/OsnabrückHalle
S10, 11, R11, 12, 13, 21, 31, R31, 32, 33, E33, X150 - Heger Tor

Parken:

An der Straße



Texte auf den vier Bronzetafeln des Mahnmals Alte Synagoge

Tafel eins:

Osnabrück, 13. September 1906:
Einweihung der  Synagoge als "Zierde der Stadt" und "Tempel des Friedens".

Berlin, 9. November 1938:
"Es werden in kürzester Frist Aktionen gegen Juden, insbesondere gegen deren Synagogen, stattfinden. Es ist vorzubereiten die Festnahme von etwa 20000 bis 30000 Juden im Reich. Nähere Anordnungen ergehen noch im Laufe der Nacht." (Geheimes Fernschreiben der Gestapo, 23.55 Uhr) 

Tafel zwei:

Osnabrück, 10. November 1938, ab 1.00 Uhr:
Zerstörung der Synagoge (tiefer Feuergraben), Schändung von Gotteshaus (Thorarollen lagen auf der Straße) und Friedhof, Verfolgung ("Hängt sie!"), Plünderung (zertrümmerte Scheiben, Geschäfte verwüstet), Verhaftung (80-90 Männer im Keller des Schlosses), Anweisung zum Abriss der Synagoge "aus baupolizeilichen Gründen".

Tafel 3:

Deutsches Reich, 9. und 10. November 1938:
Zerstörung von über 1000 Bethäusern, 191 Synagogen durch Feuer vernichtet, Plünderung von 7500 Geschäften und Wohnungen. 

Osnabrück, 11. November 1938, gegen 11.00 Uhr:
Deportation der Verhafteten nach Buchenwald und Sachsenhausen. Im Deutschen Reich 26000 in Konzentrationslager Deportierte, 91 Ermordete. "Nicht nur die Synagogen waren zerstört, sondern mit ihnen brachen auch die Säulen und Fundamente einer menschlichen Bindung zusammen, auf die wir vertraut hatten."
Oberrabbiner Leo Baeck

Tafel 4

Weitere Deportationen aus Osnabrück:
nach Riga 13. Dezember 1941,
nach Theresienstadt Juli 1942,
nach Auschwitz 1. März 1943,
nach Theresienstadt August und September 1944 und Februar 1945. 

162 Stäbe, das entspricht mindestens 162 ermordeten Osnabrücker Juden. Im Deutschen Reich 160000, in Europa circa 6000000. 

Osnabrück, Oktober 1945:
von ungefähr 400 Gemeindemitgliedern haben 12 überlebt.

Dezember 1949:
Freispruch und geringfügige Strafen im so genannten Synagogenbrandprozess.

April 1967: Keine Anklageerhebung nach Ermittlungsverfahren gegen Angehörige der Osnabrücker Gestapo. 

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