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Afrika Festival 

Afrika in Osnabrück

Festival im XL-Format: Musik, Literatur, Kunst, Theater, Politik, Film, Fußball und Afrikanischer Markt

Afrika Festival Osnabrück
Afrika Festival Osnabrück
Afrika Festival Osnabrück
Afrika in Osnabrück
Afrika in Osnabrück
Die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ist der Anlass, dass das diesjährige Afrika-Festival Osnabrück mit besonderen Veranstaltungen aufwartet. Bereits im März beginnt das Programm mit Lesungen, Vorträgen, Filmen und einer Ausstellung. Diese Veranstaltungsreihe ist eine entwicklungspolitisch geprägte "Vorrunde" für das Festival im Sommer, das vom 3. bis 6. Juni ein abwechslungsreiches Kulturprogramm präsentieren wird. "Subsahara Afrika: 20 Jahre Transformationsprozess" ist der Titel eines Vortrags von Dr. Médard Mpiana Kabanda am 16. März um 19.30 Uhr. Der Dozent an der Universität Osnabrück schildert den optimistischen Start der afrikanischen Nationen in die Liberalisierungsphase nach dem Ende des Kalten Krieges und die erheblichen Schwierigkeiten mit dem Demokratisierungsprozess - auch noch 20 Jahre danach. Darüber hinaus stellt er die Frage nach der zukünftigen Entwicklung des subsaharischen Afrika.

Aus ihrem Buch "Schwarzes Herz - Zwischen Verrat und Versöhnung" liest Schriftstellerin Stefanie Gercke am 25. März um 19.30 Uhr in der Lagerhalle. Der Roman um die Journalistin Lisa Darling webt ein Geflecht aus Vertuschung, Mord und Verrat. Gercke wurde auf einer Insel vor Guinea-Bissau als erste Weiße geboren und wanderte mit 20 Jahren nach Südafrika aus. Heute lebt sie bei Hamburg.

Die Entwicklungspolitik auf den Prüfstand stellt Dr. Klaus Schilder, terre des hommes-Referent, in der Volkshochschule. "Anspruch und Wirklichkeit von Entwicklungshilfe" ist der Titel seines Vortrages am 13. April um 19.30 Uhr. Schilder stellt Zahlen und Fakten aus dem Bericht "Die Wirklichkeit der Entwicklungshilfe" den entwicklungspolitischen Ansprüchen der neuen Bundesregierung gegenüber. 

Das Filmsegment der "Vorrunde" startet am 13. April in der Lagerhalle, jeweils 18 und 20.15 Uhr, mit der Produktion "Daratt - Zeit der Entscheidung" von Regisseur Mahamat-Saleh Haroun. Es handelt sich um eine Kooperation des Tschads, Frankreichs, Belgiens und Österreichs aus dem Jahr 2006. Das Drama spielt im vom Bürgerkrieg zerrissenen Tschad und erzählt eine Geschichte um Schuld und Sühne, Rache und Vergebung.

Weiter geht es mit dem Dokumentarfilm "When the Mountain meets its Shadow - Im Schatten des Tafelberges" am 14. April in der Lagerhalle, jeweils 18 und 20.15 Uhr. Der deutsch-südafrikanische Film von Alexander Kleider, Daniela Michel und Romin Khan aus dem Jahr 2009 zeichnet das sensible Porträt einer Gesellschaft im Wandel zwischen Apartheid und kapitalistischer Postmoderne.

"Wie lange hält ein Regenbogen?" Diese Frage stellt Dag Zimen von der Deutschen Afrikastiftung Berlin in seinem Vortrag über "Südafrika im Jahr 2010" am 15. April um 20 Uhr in der Lagerhalle. Während sich die Südafrikaner auf die Fußballweltmeisterschaft vorbereiten, beherrschen in Deutschland Ängste und Vorurteile das mediale Bild der Gastgebernation. Wie aber sehen die südafrikanischen Realitäten aus?

Mit dem togolesisch-schweizerischen Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008 wird die Filmreihe am 18. April, jeweils 18 und 20.15 Uhr, fortgesetzt. Die Regisseure Nicholas Peart und Pierre Morath stellen zwei Ereignisse in den Fokus, die das westafrikanische Togo im Jahre 2005 prägten: der plötzliche Tod des Diktators Eyadéma, der das Land über 37 Jahre regierte, und kurz darauf die Qualifikation für die Fußball-WM 2006 in Deutschland.

Eine besondere Bilder-Ausstellung begleitet das Vorrundenprogramm in der Lagerhalle. Unter dem Titel "Zurück ins Leben" werden vom 20. April bis 5. Mai gemalte Bilder von traumatisierten Kindern gezeigt, die ihre Kriegs-, Gewalt- und Fluchterlebnisse verarbeiten. Die Werke sind beim Verein Refugio in München entstanden, der Flüchtlingsfamilien berät und behandelt. Die Kinder kommen aus Krisen- und Kriegsgebieten, die zum Teil jahrelang auf der Flucht waren, bevor sie in Deutschland Asyl suchten. Für die Arbeit mit Flüchtlingskindern erweist sich die Kunsttherapie als besonders hilfreiche Methode.

"Ich werde rennen wie ein Schwarzer, um zu leben wie ein Weißer" lautet der Titel eines Vortrags von Stern-Reporter Christian Ewers am 20. April um 20 Uhr in der Lagerhalle. Er erlaubt einen ganz neuen, ungewohnten Blick auf den Fußball in Afrika. Junge afrikanische Fußballer opfern für ihren großen Traum von Europa ihre Familie, ihre Heimat und ihre Würde. Sie fallen in die Hände korrupter, skrupelloser Funktionäre, für die sie nur "Ware" sind. Statt Erfolg und Reichtum zu erspielen, stranden sie in den armen Vorstädten der Fußballmetropolen. Der Weg zurück in die Heimat ist ihnen versperrt – aus Scham und aus finanziellen Gründen.

Mit einem Vortrag über Südafrika wird der südafrikanische Autor Lutz van Dijk in Osnabrück zu Gast sein. Darüber hinaus wird der nicht-kommerzielle Preview des Films "Themba" in englischer Originalfassung zu sehen sein, der von der Regisseurin Stefanie Sycholt nach van Dijks gleichnamigem Roman gedreht wurde.

Film und Buch erzählen die Geschichte des fußballbegeisterten Themba, dessen Talent von Big John, im Film dargestellt vom Ex-Nationaltorhüter Jens Lehmann, gefördert wird. Seine Spielleidenschaft gibt dem Jungen eine Perspektive jenseits von AIDS und Gewalt.

Lutz van Dijks Vortrag trägt den Titel "Südafrika vor der Fußballweltmeisterschaft: Rückblick und Aussichten". 16 Jahre Demokratie haben Südafrika viele Errungenschaften gebracht und zum einzigen Wohlfahrtsstaat im südlichen Afrika gemacht. Doch die Nachwirkungen der Apartheid werfen lange Schatten. Lutz van Dijk wird in seinem Vortrag Anspruch und Realität der ANC-Politik während der vergangenen Jahre bilanzieren und dabei besonders auf die Aids-Politik der Regierung von Jakob Zuma eingehen.

Der Spielfilm "Themba" wird am 27. April, jeweils 18 und 20.15 Uhr, in der Lagerhalle gezeigt. Am selben Tag hält Lutz van Dijk seinen Vortrag  in der Volkshochschule um 19.30 Uhr.

In Anwesenheit des belgischen Filmemachers Jean Frédéric de Hasque wird zum Abschluss der "Vorrunde" der belgisch-malische Dokumentarfilm "In search of Eldorado - Où est l’Eldorado?" präsentiert. Darin begleitet der Regisseur 25-jährige Studenten an der Universität von Bamako. Sie stecken voller Ideen und wollen nicht nach Europa auswandern, sondern ein besseres Afrika schaffen. Der Film wird am 28. April, jeweils 18 und 20.15 Uhr, in der Lagerhalle gezeigt.

Die Veranstaltergemeinschaft des Afrika-Festivals setzt sich zusammen aus dem Aktionszentrum 3. Welt, dem Forum Osnabrück für Kultur und Soziales, der Lagerhalle und dem städtischen Büro für Friedenskultur. Auskünfte erteilt das Büro für Friedenskultur, Telefon0541/323-2322, E-Mail: afrika@osnabrueck.de.

Ein Faltblatt zum Vorrundenprogramm ist unter anderem im Rathaus, in der Tourist-Information, in Geschäften und der Gastronomie sowie an weiteren öffentlichen Orten erhältlich. Es kann auch im Internet unter www.osnabrueck.de/afrika heruntergeladen werden.

 

Veranstaltungskoordination:

Stadt Osnabrück
Büro für Friedenskultur
Telefon: 0541 323-2322


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