Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation Direkt zur Sucheingabe

Handgiftentag 

Handgiftentag im Osnabrücker Rathaus

Über 500 Jahre alte Tradition erinnert an Ursprung städtischer Selbstverwaltung

Nach dem überlieferten Brauch aus dem Mittelalter begeht der Rat der Stadt Osnabrück am 2. Januar jeden Jahres den Handgiftentag. Die festliche Zusammenkunft mit zahlreichen Ehrengästen, bei der mit einem kräftigen Händedruck die Bereitschaft, zum Wohl der Allgemeinheit tätig zu werden, besiegelt wird, findet im Friedenssaal des Historischen Rathauses statt. Der Tradition folgend hält der Oberbürgermeister einen Rückblick auf die wichtigsten Ereignisse des Vorjahres. Danach ziehen die Sprecher der Ratsfraktionen Bilanz und skizzieren die Ziele, für die sie sich im neuen Jahr besonders einsetzen wollen.

Die Entstehung des Handgiftentages ("handgiftendach") ist mit den Ursprüngen der städtischen Selbstverwaltung eng verbunden. Damals reichten sich die an den komplizierten Ratswahlen beteiligten Wahlmänner die Hände als Zeichen guter und ehrbarer Absichten.

Auch wenn am Handgiftentag der neueren Zeit keine Ratswahlen mehr stattfinden, hat der Tag nach wie vor eine unverwechselbare Bedeutung. Die Stadtgeschichte wird durch Grundsatzreden "fortgeschrieben" und alle Beteiligten bekräftigen den guten Willen, sich für die Stadt zu engagieren. Der Begriff "Handgiftentag" steht dafür als wertvolles Symbol.

Heute wie früher bleiben übrigens die Teilnehmer an der feierlichen Zusammenkunft anschließend noch in geselliger Runde beisammen. Und, wie Ratsrechnungen der Jahre 1511 und 1512 belegen, war der "handgiftendach" auch damals ein Anlass, um Wein auszuschenken. Überliefert ist der Vermerk, dass der Rat Wein übrig behalten habe.

Zurück   Seitenanfang