Die Entstehung des Handgiftentages ("handgiftendach") ist mit den Ursprüngen der städtischen Selbstverwaltung eng verbunden. Damals reichten sich die an den komplizierten Ratswahlen beteiligten Wahlmänner die Hände als Zeichen guter und ehrbarer Absichten.
Auch wenn am Handgiftentag der neueren Zeit keine Ratswahlen mehr stattfinden, hat der Tag nach wie vor eine unverwechselbare Bedeutung. Die Stadtgeschichte wird durch Grundsatzreden "fortgeschrieben" und alle Beteiligten bekräftigen den guten Willen, sich für die Stadt zu engagieren. Der Begriff "Handgiftentag" steht dafür als wertvolles Symbol.
Heute wie früher bleiben übrigens die Teilnehmer an der feierlichen Zusammenkunft anschließend noch in geselliger Runde beisammen. Und, wie Ratsrechnungen der Jahre 1511 und 1512 belegen, war der "handgiftendach" auch damals ein Anlass, um Wein auszuschenken. Überliefert ist der Vermerk, dass der Rat Wein übrig behalten habe.
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