An beiden Seiten war der Bucksturm zur Stadtmauer geöffnet. Die Wachen durchschritten bei ihrem Wachdienst von der Mauer aus den Turm und konnten sich hier in der kalten Jahreszeit an einer Kohlenpfanne aufwärmen. An den Schießscharten wird die Dicke der Mauern erkennbar. Ihre Größe und Form zeigen außerdem, dass der Bucksturm nicht für den Einsatz von Kanonen vorgesehen war.
Historische Bedeutung bekam der Bucksturm im Mittelalter als städtisches Gefängnis. 1305 wurde hier Graf Simon von der Lippe für sechs Jahre eingesperrt. Der "Johanniskasten" in der zweiten Etage erhielt seinen Namen nach dem wohl bekanntesten Gefangenen: Johann von Hoya. Johann saß als Kriegsgefangener 1441 bis 1448 in diesem Kasten. 1534 waren im Turm die Abgesandten der Wiedertäufer aus Münster eingesperrt.
Während der Hexenverfolgung im 16. und 17. Jahrhundert diente der Bucksturm zusätzlich als Folterkammer. Heute sind im Bucksturm keine Folterinstrumente mehr zu sehen. In der Ausstellung werden unter anderem die ideologischen Hintergründe und das Verfahren der Hexenverfolgung dargestellt.







