Auffallend ist die Höhe des Turms. Sie war strategisch bedingt, lag hier doch der für die südliche Altstadt am meisten gefährdete Bereich. Die ansonsten sumpfige Umgebung wurde durch eine leichte Erhebung im Gelände unterbrochen und bot so Feinden der Stadt einen Angriffspunkt.
In den vergangenen zwei Jahrhunderten wurde der Turm mehrfach umgebaut. Im 19. Jahrhundert wurden hier von der Feuerwehr Spritzenschläuche gelagert. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Turm als Schutzbunker genutzt. Hierzu betonierte man drei Bunkergeschosse ein.
Waren es einstmals fünf Geschosse, so hat der Turm heute sechs. Während der Renovierungsarbeiten zwischen 1980 und 1984 wurde die 1,50 Meter starke Betondecke des obersten Bunkergeschosses herausgerissen, die unteren zwei blieben erhalten.
Trotz dieser drastischen Baumaßnahmen weist der Gesperrte Turm noch immer den Charakter einer Wehranlage auf. Die obereren drei Geschosse sind wieder in ihren Originalzustand versetzt; die Schießscharten in Schlüssellochform bezeugen dies. Sie zeigen allerdings auch, dass zur Verteidigung der Stadt von dieser Stelle aus keine Kanonen eingesetzt werden konnten.





