Das von Architekt Christian Friedrich Börgemann entworfene Gotteshaus gilt als typisch für die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Experten sind sich heute einig, dass Börgemann sich an das sogenannte "Wiesbadener Programm" hielt. Danach sollten Kirchen eher den Charakter eines Versammlungshauses bekommen, in dem eine Gemeinde feiert, als den eines katholischen Gotteshauses.
Auch das äußere Aussehen war wohlbedacht. In Anlehnung an das Lutherlied "Ein feste Burg ist unser Gott" erscheint das Gebäude im Stil einer Burg, wozu besonders der Kalkbruchstein beitägt. Der Turm ist 50 Meter hoch und hat eine Aussichtsplattform auf einer Höhe von 37 Metern.
Im Vergleich zu anderen Kirchen in der Stadt blieb die Lutherkirche während des Zweiten Weltkriegs von schweren Schäden weitgehend verschont. So sind sämtliche Türen im Original vorhanden. Ebenso stammen die Bänke und Stühle noch aus der Gründungszeit. Die Fenster wurden bis auf zwei in den Treppenaufgängen im Südwesten Nordosten zerstört. Die beiden Fenster zeigen Portraits Luthers und Melanchthons.
Beeindruckend ist die Ausmalung des Innenraumes im Jugendstil. Angeblich gibt es in Norddeutschland kein Gebäude, das in Gestaltung und Größe ein vergleichbares Aussehen hat. Mitte der 1950er Jahre aber wurde der Anstrich erneuert und fast alle Malereien mit weißer Farbe überstrichen. Während der Sanierungsarbeiten, die 1985 begannen, gelang es jedoch, die ursprüngliche Ausmalung wiederzugewinnen.





