Die heutige Schatzkammer bewahrt das Ratssilber, den kostbaren Kaiserpokal, wichtige Urkunden zur Stadtgeschichte, Münzen, Prägestempel sowie Siegel auf. Darüber hinaus ist hier eine Nachbildung des Westfälischen Friedensvertrages, das sogenannte "Osnabrücker Friedensinstrument" von 1648, zu sehen. Die Originale liegen in Wien und Stockholm.
Die Pokale stammen aus verschiedenen Jahrhunderten und Werkstätten. Bedeutendstes Kunstwerk ist der Kaiserpokal. Wann und warum er nach Osnabrück gebracht wurde, ist ungewiss. Erstmals erwähnt wird er 1581, doch über seine Entstehungszeit gibt es nur Vermutungen. Entweder wurde er im 13. Jahrhundert in einer französischen Werkstatt oder im 14. Jahrhundert im Rheinland gefertigt.
Die verschiedenen Teile des Pokals stammen aus zwei Kunstepochen. Der Fuß, der jugendliche Kaiser auf dem Schachbrett im Inneren des Pokals sowie der Deckel sind gotisch. Die Figur Karls des Großen auf dem Deckel stammt dagegen aus der Renaissance. Die Außenwand der Schale bildet den Kampf der Tugend mit dem Laster ab, der Deckel zeigt die Taten des Herkules.
Ungesichert ist auch das Entstehungsjahr der Schützenkette. Schützenfeste selbst sind in der Stadt seit 1441 belegt, doch wird vermutet, dass die Kette aus dem 13. Jahrhundert stammt.
Von hoher geschichtlicher Bedeutung ist das "Privilegium de non evocando". Dieses Rechtsprivileg von Kaiser Friedrich Barbarossa stammt aus dem Jahre 1171 und besagt unter anderem, dass die Bürger der Stadt nur vor ihren eigenen oder des Königs Richtern erscheinen mussten.






