Das Rathaus in Osnabrück.


Inneneinrichtung komplett erhalten

Leuchter im Friedenssaal
Leuchter aus dem 16. Jahrhundert
Gemälde von Ferdinand III.
Kaiser Ferdinand III.
Blick in den Friedenssaal
Blick in den Friedenssaal
In seinem ursprünglichen Zustand präsentiert sich im neuen Jahrtausend der Friedenssaal. Das ist nicht selbstverständlich, denn immerhin hatten die Stadtväter 1846 und 1880 den Charakter des Saals verändert. Statt einer Versammlungshalle wurde er zu einem überladenen Prunksaal gemacht.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden diese Änderungen korrigiert, und der Friedenssaal erhielt nach und nach wieder das Aussehen, das er während der Verhandlungen für den Westfälischen Frieden hatte. 1987 wurde als letzte Maßnahme die ursprüngliche Erscheinungsform der Decke durch den Einbau alter Balken wiedergewonnen.
Am auffälligsten sind die 42 Portraits der "Pazifikatores". Diese sogenannten Friedensmacher hatten zwischen 1643 und 1648 den Westfälischen Frieden ausgehandelt. An der Wand gegenüber der Eingangstür sieht man die drei bedeutendsten Persönlichkeiten: den französischen Sonnenkönig Ludwig XIV., den Kaiser Ferdinand III. und Königin Christina von Schweden, auf deren Wunsch Osnabrück und Münster als Verhandlungsorte ausgewählt worden waren. Insgesamt rangen in Osnabrück 150 Abgeordnete um den Frieden.

Imposant ist der Leuchter. Er stammt aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts und ist in mehrere Darstellungsebenen gegliedert. Die oberste Ebene zeigt das Paradies mit Adam und Eva. Ungeklärt ist bis heute die Frage, warum Eva zwei Äpfel in ihren Händen hält, Adam dagegen nur einen.

Die zweite Ebene zeigt Sonne, Mond und Sterne. Darunter sind vier Figuren zu erkennen: Die Muttergottes mit dem Jesuskind sowie drei weitere Figuren. Während die Muttergottes als Versöhnerin mit dem Paradies (Ebene 1) interpretiert wird, ist die Bedeutung der anderen drei nicht gesichert. Wegen der Ratsverfassung zur Entstehungszeit des Rathauses nimmt man an, dass es sich dabei um die Weisheit, die Gilde und die Wehr handelt.

Das Gestühl wurde zwischen 1554 und 1574 eingebaut. Zwischen den Fenstern sind Privilegienschreine zu erkennen. Die verzierten Schreine gehörten zu den großen Hospitälern des Mittelalters, in den anderen Schreinen mit den schlichten Türen wurden Wertsachen aufbewahrt.

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